Neues aus Kuba
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Über 32.000 Schwangere in Kuba sind nach offiziellen Angaben infolge der verschärften US-Sanktionen zusätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Das akutes Treibstoffdefizit beeinträchtigt Ultraschalluntersuchungen, Impfprogramme und die Versorgung schwerkranker Neugeborener.
18.02.2026 09:20 Uhr
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Mehr als 32.000 schwangere Frauen in Kuba sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Grund ist die Verschärfung der energiebezogenen Sanktionen der Vereinigten Staaten, die nach Darstellung Havannas zu einem gravierenden Treibstoffdefizit geführt haben. Das Kubanische Gesundheitsministerium (Ministerio de Salud Pública - MINSAP) warnt vor unmittelbaren Folgen für die medizinische Versorgung und zentrale Dienste des Gesundheitssystems.
Besonders betroffen ist das staatliche Mutter-Kind-Programm. Die eingeschränkte Energieversorgung behindert den Zugang zu geburtshilflichen Ultraschalluntersuchungen zur fetalen Überwachung sowie zu genetischen Tests. Diese gelten als essenziell, um Fehlbildungen und Komplikationen frühzeitig zu diagnostizieren. Nach offiziellen Zahlen sehen sich 32.880 Schwangere zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Auch die Arbeit medizinischer Fachkommissionen wird erschwert. Diese Gremien bewerten Fälle extrem schwerer maternaler Morbidität sowie kritisch erkrankter Neugeborener. Hinzu kommen Verzögerungen bei Impfprogrammen für Kinder. Betroffen sind laut MINSAP zudem 61.830 Säuglinge unter einem Jahr, die in ihrer ersten Lebensphase besondere Betreuung benötigen. Die instabile Stromversorgung und der Mangel an Treibstoff beeinträchtigen darüber hinaus die Versorgung von Kindern mit speziellen medizinischen Anforderungen – etwa solche, die auf häusliche Beatmung oder klimatisierte Umgebungen angewiesen sind. Gleichzeitig ist der Transport für Notfälle und dringende medizinische Einsätze eingeschränkt. Das Ministerium weist darauf hin, dass die Situation auch die Betreuung onkologischer Patienten sowie von Menschen mit chronischen nichtübertragbaren Krankheiten belastet. Ebenso betroffen sind Programme zur Kontrolle übertragbarer Krankheiten. Die Behörden warnen, dass sich dies mittelfristig auf Mortalitätsindikatoren auswirken könnte. Nach Darstellung der kubanischen Regierung sind die aktuellen Versorgungsprobleme Teil einer umfassenderen wirtschaftlichen Zuspitzung infolge verschärfter US-Maßnahmen. Der Präsident Miguel Díaz-Canel hatte jüngst von einem Versuch gesprochen, das Land energetisch „zu ersticken“. Das Gesundheitsministerium sieht insbesondere das Treibstoffdefizit als zentralen Engpass, da es nicht nur die Stromproduktion, sondern auch Transport, Logistik und den Betrieb medizinischer Einrichtungen betrifft. Zusätzlich erschweren laut Behörden steigende Frachtkosten und eine reduzierte Zahl kommerzieller Flüge die Einfuhr dringend benötigter Medikamente, Reagenzien, Verbrauchsmaterialien, medizinischer Instrumente und Ersatzteile für Krankenhausgeräte. Die Kombination aus logistischen Restriktionen und Preissteigerungen verschärfe die ohnehin angespannte Lage. Gesundheitsminister José Ángel Portal Miranda erklärte, das System habe strategische Anpassungen vorgenommen, um die Kernleistungen aufrechtzuerhalten. Dazu zählen die Konzentration essenzieller Dienste, die Stärkung des Programms „Arzt und Krankenschwester der Familie“, die Priorisierung des Mutter-Kind-Programms sowie – sofern medizinisch vertretbar – eine Verkürzung von Krankenhausaufenthalten. Zudem wird die chirurgische Aktivität reduziert; operative Eingriffe sollen auf dringliche Fälle beschränkt werden. Gleichzeitig soll die Betreuung chronisch Kranker, einschließlich dialysepflichtiger Patienten, gesichert bleiben. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie steht das kubanische Gesundheitssystem unter erheblichem logistischer und finanzieller Druck. Nach Darstellung der Behörden verschärft das aktuelle Energieembargo die Bedingungen für den Betrieb von Intensivstationen, Operationssälen und stationären Einrichtungen weiter. Gleichwohl betont das Minsap den fortbestehenden Einsatz des medizinischen Personals. Ressourcen würden neu organisiert und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen priorisiert, um die Auswirkungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzufedern. Die Regierung hält an der Einschätzung fest, dass die Maßnahmen aus Washington eine Politik des maximalen Drucks darstellen, deren Folgen sich direkt im Alltag von Millionen Kubanern niederschlagen.
Der Artikel wurde zuerst bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
Autor: Leon Latozke
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