Neues aus Kuba
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Kuba treibt den Ausbau erneuerbarer Energien voran und installiert erstmals großtechnische Batteriespeichersysteme, um Solarstrom effizienter zu nutzen.
08.08.2025 23:30 Uhr
Abbildung: Erste Batteriespeicher in Kuba. Bildquelle: Cubadebate https://t1p.de/rnn1a
Kuba hat mit der Installation seiner ersten großtechnischen Batteriespeichersysteme begonnen. Wie die staatliche Website Cubadebate mitteilte entstehen die Battery Energy Storage Systems (BESS) in den Umspannwerken Cueto 220, Bayamo 220, Cotorro 220 und Habana 220. Jede Einheit kann 50 Megawattstunden speichern. Die vom chinesischen Hersteller Shanghai Electric gelieferten Anlagen basieren auf Lithium-Ionen-Technologie und sollen überschüssige Solarenergie aufnehmen und bei hoher Nachfrage ins Netz einspeisen. Ausgestattet mit Wechselrichtern und Steuerungstechnik sind sie Teil eines Programms zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Stabilisierung des Stromnetzes.
Der Schritt kommt in einer Phase angespannter Versorgung. Mit dem Abzug des Kraftwerksschiffs „Suheyla Sultan“ hat Kuba 240 Megawatt an gesicherter Leistung verloren. Von den ursprünglich acht schwimmenden Kraftwerken des türkischen Anbieters Karpowership ist nur noch eines in Betrieb. Parallel schreitet der Ausbau der Photovoltaik voran. Wie Cubadebate berichtet wurde In Sancti Spíritus wurde der Solarpark Arroyo Laja ans Netz angeschlossen. Die Anlage mit einer Nennleistung von 21,87 Megawatt umfasst 1.638 Modultische auf 32 Hektar. Zwei weitere Projekte in Tuinucú und El Meso sind im Bau. Wie Cubadebate weiter berichtet entsteht In der Provinz Granma mit Las Tapias ein weiterer Solarpark mit 21,8 Megawatt, der vierte dieser Größenordnung in der Region. Trotz dieser Fortschritte bleibt das strukturelle Defizit erheblich. Der staatliche Energieversorger Unión Eléctrica (UNE) meldete nach Medienberichten für die Spitzenlastzeit am späten Mittwochnachmittag Tages mit einer maximalen Stromerzeugungskapazität von 1.962 Megawatt (MW) bei einem Bedarf von 3.750 MW. Ursache sind Ausfälle großer thermischer Kraftwerke, darunter das Energás-Werk Varadero sowie Blöcke in Nuevitas und Felton. Weitere Einheiten sind in Wartung. Hinzu kommen thermische Beschränkungen von 390 Megawatt und Treibstoffmangel, der 61 dezentrale Anlagen mit 430 Megawatt beeinträchtigt. Bis Jahresende sollen 55 Solarparks mit zusammen 1.200 Megawatt ans Netz gehen, bis 2028 insgesamt 92 mit 2.012 Megawatt. Die Batteriespeicher könnten helfen, die schwankende Einspeisung auszugleichen. Doch angesichts des Wegfalls konventioneller Kapazitäten bleibt die Energiewende ein Wettlauf gegen die Zeit.
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