Neues aus Kuba
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07.06.2026 07:00 Uhr
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Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Mit einem Auftritt im Teatro Karl Marx sendete die kubanische Führung ein Signal der Geschlossenheit: Raúl Castro, kürzlich von den USA angeklagt, erschien in Militäruniform.
Zum ersten Mal seit seiner Anklage durch die US-Justiz ist der ehemalige kubanische Staatschef Raúl Castro wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Auditorium im Teatro Karl Marx, in dem uniformierte Militärs und Angehörige der Sicherheitskräfte saßen, feierte Staatschef Miguel Díaz-Canel den 95. Geburtstag des Altführers sowie das 65. Jubiläum des Innenministeriums. Díaz-Canel, selbst in olivgrüner Uniform gekleidet, pries den fast Hundertjährigen nicht nur als historische Führungsfigur, sondern auch als geistigen Gründervater des kubanischen Sicherheitsapparats. Mit einer Parole, die an die Zeiten der Revolution erinnert, untermauerte er den Anspruch des Regimes: „Raúl ist Kuba, und Kuba wird nicht angerührt!“
Der greise Ex-Präsident selbst ergriff an diesem Freitag nicht das Wort. Von seinem Platz in der ersten Reihe aus ließ er eine Botschaft verlesen, die sein Minister für Inneres, General Lázaro Alberto Álvarez Casas, vortrug. Darin würdigte Castro die „Offiziere, Kämpfer, Zivilangestellten und Studenten“ der Institution, die er als „unverzichtbaren Schutzwall“ für die Souveränität und Ruhe der Nation bezeichnete. Er lobte ihre „unerschütterliche Treue“ und rief sie im „gegenwärtigen historischen Moment“ dazu auf, mit „Ordnung, Kontrolle und Verantwortung“ weiterzuarbeiten. Die Rede endete mit der Aufforderung, die „Errungenschaften der Revolution und die Zukunft des Landes mit Ehre und Hingabe zu verteidigen“. Es war die erste öffentliche Auftritt des Mannes, gegen den die US-Justiz im Mai Anklage wegen des Abschusses zweier Flugzeuge der Gruppe „Hermanos al Rescate“ im Jahr 1996 erhoben hatte. Bei dem Angriff über internationalen Gewässern waren damals vier Menschen ums Leben gekommen. Die Zeremonie fand nur zwei Tage statt, nachdem Washington neue Sanktionen gegen Díaz-Canel, seine Frau Lis Cuesta, mehrere Mitglieder der Familie Castro sowie ganze Ministerien verhängt hatte. Die US-Regierung hatte bereits im Mai ihre Offensive gegen den kubanischen Militär- und Wirtschaftsapparat verschärft, insbesondere gegen den von den Streitkräften kontrollierten Mischkonzern GAESA. In seiner Rede reagierte Díaz-Canel direkt auf diesen Druck. Er stellte den Angriff auf das militärische Wirtschaftsimperium als gezielte Strategie dar. „Der Angriff auf GAESA ist kein Zufall, es ist keine weitere Medienkampagne“, sagte er. Die USA zielten auf das Unternehmenssystem, „weil sie seine Wirksamkeit gegenüber der permanenten Wirtschaftsblockade kennen“ und weil die „Beiträge seiner Firmen zur sozioökonomischen Entwicklung des Landes beachtlich“ seien. Jegliche Vorwürfe der Korruption oder Bereicherung der Militärelite wies er als „weitere große Lüge“ zurück und machte die USA für den Abzug ausländischer Investitionen verantwortlich: „Die Reaktion mehrerer Unternehmen, die Kuba dieser Tage verlassen, ist eine Frucht der Zwangsmaßnahmen der US-Regierung.“ Er erinnerte er an die 32 Kubaner, die „am 3. Januar in Venezuela gefallen“ seien. Diese Männer seien trotz des „Überraschungsmoments“ und der „Unverhältnismäßigkeit an Waffen und Kräften“ des Feindes in den Kampf ausgezogen. Ihr Tod, so Díaz-Canel, hinterlasse „eine klare Botschaft, wie Millionen Kubaner handeln würden, wenn die Heimat angegriffen würde“. Wenn die Heimat angegriffen werde, schloss Diaz-Canel „werden wir in legitimer Selbstverteidigung antworten“, und er fügte hinzu: „Daran soll kein Zweifel bestehen: Es wird einen entschlossenen und harten Kampf geben!“
Quelle: Presidencia de Cuba/YouTube (https://t1p.de/dd0ny)
Autor: Leon Latozke
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