Neues aus Kuba
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15.10.2025 08:00 Uhr
Ein seltener Auftritt aus dem politischen Ruhestand: Andrés Manuel López Obrador äußert sich zur Lage Kubas und fordert konkrete Hilfe für die Insel. In einer seltenen Botschaft ruft er zur Unterstützung der Bevölkerung auf – und erinnert an historische Solidarität Lateinamerikas.
Abbildung: López Obrador 2020 (Bildquelle EneasMx, Conferencia de prensa del Presidente de México - Miércoles 24 de junio de 2020 6 (cropped), Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0)
Mit einem seltenen öffentlichen Statement hat sich der ehemalige mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador erstmals seit Monaten wieder zur politischen Lage geäußert – und dabei deutliche Worte in Richtung internationaler Kuba-Politik gefunden. Der frühere Staatschef kritisierte Versuche, Kuba wirtschaftlich und politisch zu isolieren, und rief zugleich zu konkreter Unterstützung für die Bevölkerung der Karibikinsel auf.
„Ich bin im Ruhestand, aber es schmerzt mich, dass man versucht, das brüderliche Volk Kubas wegen seiner Ideale von Freiheit und Verteidigung der Souveränität auszurotten“, erklärte López Obrador in seiner Nachricht und warnte davor, gegenüber der Lage des Landes Gleichgültigkeit zu zeigen: „Denjenigen, die glauben, dass es sich um einen fremden Streit handelt, erinnere ich daran, was General Lázaro Cárdenas während der Invasion in der Schweinebucht sagte: ‚Es ist nicht rechtmäßig, unsere Gleichgültigkeit gegenüber ihrem heroischen Kampf zu predigen, denn ihr Schicksal ist auch das unsere‘“, Zur Untermauerung seiner Position verwies der ehemalige Präsident auf historische Solidaritätsbekundungen Mexikos. So erinnerte er an eine Aussage des früheren Staatschefs Lázaro Cárdenas während der Invasion in der Bay of Pigs Invasion im Jahr 1961. Damals hatte Cárdenas betont, Mexiko könne sich gegenüber dem Kampf Kubas nicht neutral verhalten, da dessen Schicksal auch das eigene berühre. López Obrador griff diese Argumentation auf und stellte sie in den Kontext aktueller geopolitischer Spannungen. Der Appell blieb jedoch nicht bei symbolischer Unterstützung. Der frühere Präsident rief dazu auf, über eine zivilgesellschaftliche Organisation finanzielle Beiträge zu leisten. „Ich lade alle ein, auf das Banorte-Konto 1358451779 der zivilgesellschaftlichen Organisation ‚Humanidad con América Latina‘ einzuzahlen, das von Bürgern, Schriftstellern und Journalisten eröffnet wurde, um [...]dem kubanischen Volk zu helfen“, erklärte er. Die Spenden sollen nach seinen Angaben für Lebensmittel, Medikamente sowie Energieprodukte wie Treibstoff und Erdöl verwendet werden. Ziel sei es, die schwierige Versorgungslage auf der Insel zumindest teilweise zu lindern. Jeder könne beitragen, „so viel er könne“, schloss López Obrador. Es ist erst das dritte Mal seit seinem Ausscheiden aus dem Amt im Oktober 2024, dass sich der Politiker öffentlich über die Plattform X äußert. Zuvor hatte er dort eine Botschaft zur Unterstützung Venezuelas veröffentlicht und sein Buch „Grandeza“ beworben. Während seiner Präsidentschaft pflegte López Obrador enge Beziehungen zu Havanna. Mexiko schloss damals ein Abkommen über den Einsatz kubanischer Ärzte im mexikanischen Gesundheitssystem und lieferte zugleich mehrfach Erdöl an die Insel – teils im Rahmen kommerzieller Verträge, teils als humanitäre Hilfe. Parallel zu seinem Vorstoß bemüht sich die aktuelle mexikanische Regierung weiterhin um diplomatische Vermittlung. Präsidentin Claudia Sheinbaum bekräftigte zuletzt, Mexiko wolle den Dialog zwischen Washington und Havanna fördern. Hintergrund sind anhaltende Spannungen zwischen beiden Staaten, insbesondere im Zusammenhang mit dem seit Jahrzehnten bestehenden US-Embargo gegen Kuba und jüngsten Maßnahmen, die die Energieimporte der Insel erschweren. Gleichzeitig bestätigten kubanische Stellen Gespräche mit Vertretern der Vereinigten Staaten. Dabei gehe es darum, Probleme in den bilateralen Beziehungen zu identifizieren und mögliche Kooperationsfelder auszuloten. Die Initiative deutet darauf hin, dass trotz der politischen Differenzen weiterhin Kanäle für diplomatische Kontakte bestehen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/siimd)
Autor: Leon Latozke
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