Neues aus Kuba
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Nach über 60 Jahren hoffen exilkubanische Familien auf die Rückgabe ihres von der Revolution beschlagnahmten Besitzes – eine Forderung, die nun in Washington Gehör findet. Sie sehen die Rückerstattung nicht nur als historische Wiedergutmachung, sondern als wirtschaftliche Basis für Kubas Zukunft.
Die Forderung nach Rückgabe von Eigentum, das nach der kubanischen Revolution von 1959 enteignet wurde, gewinnt laut einem Bericht der Deutschen Welle (DW) neuen politischen Auftrieb. In einem aktuellen Video-Beitrag porträtiert der Sender die Lage von Exil-Kubanern und ihren Nachkommen, die seit Jahrzehnten auf eine Revision der historischen Enteignungen drängen. Die Initiative wird aus Miami heraus koordiniert, wo die Nationale Assoziation der kubanischen Einwohner im Exil (Asociación Hacendados Cubanos en el Exilio) die Interessen betroffener Familien bündelt.
Wie DW Español berichtet, erleben viele dieser Familien erstmals eine Aufmerksamkeit in Washington. „Wenn wir über Eigentumsforderungen sprechen, sprechen wir nicht von den Interessen von einigen wenigen exilierten Menschen aus Miami. Wir sprechen über Millionen betroffene Kubaner“, wird Nick Gutierrez, Präsident der Assoziation, zitiert. Er vergleicht die Situation mit der Wiederherstellung von Bürgerrechten in Zentral- und Osteuropa nach dem Fall des Kommunismus. Der Beitrag lässt Betroffene zu Wort kommen, die die dramatischen Umstände der Enteignungen schildern. Raúl Valdés-Fauli, ehemaliger Bürgermeister von Coral Gables in Florida, berichtet von der Beschlagnahmung des Familienbankhauses in Havanna im November 1960. „Sie gingen einfach rein und sagten, raus. Mein Vater und mein Onkel saßen in ihrem Büro, und jemand kam mit einer Motorensäge und sagte, raus hier, das gehört jetzt dem Volk, der Revolution“, schildert er die Szene. Die Exilorganisationen betrachten diese Frage heute nicht mehr nur als historische oder moralische Angelegenheit. Vielmehr sehen sie die Rückgabe enteigneter Vermögenswerte als zentrale wirtschaftliche Weichenstellung für ein mögliches Kuba nach dem Ende des Castro-Regimes. Ein Sprecher der Organisation wird mit den Worten zitiert: „Es ist klar, dass man die Besitztümer ihren echten Eigentümern zurückgeben muss. Das würde zeigen, dass eine neue kubanische Regierung ernsthaft vorgeht und die Investoren auf sie vertrauen können.“ Aus finanzieller Perspektive wird argumentiert, dass eine umfassende Rückgabe die einzige Möglichkeit sei, einen wirtschaftlichen Neuanfang zu finanzieren, ohne den Staat dauerhaft zu belasten. „Man kann eine neue Regierung nicht tausend Jahre lang bezahlen. Die Rückgabe würde diese Zahlung verhindern und die Besitztümer in private Hände zurückgeben, die sie brauchen, nach fast sieben Jahrzehnten dieses gewalttätigen Kollektivismus, der die Wirtschaft zerstört hat“, heißt es in einer Stellungnahme des Exilverbandes. Die Herausforderung wird als enorm beschrieben. Hunderttausende mögliche Ansprüche müssten geprüft werden. Viele dieser Ansprüche lägen inzwischen in den Händen von Erben, die niemals selbst auf der Insel gelebt hätten. Im Exil selbst bestehe zudem eine weitergehende Sorge: Dass künftige Verhandlungen über Kuba an den Exil-Kubanern vorbeigehen könnten. Für viele der betroffenen Familien gehe es bei der Frage der Rückgabe nicht nur um eine politische Debatte, sondern um ein seit mehr als 60 Jahren offenes Problem: „Wer wird das, was eines Tages verloren ging, wiederherstellen?“, fragt der Bericht abschließend.
Quelle: DW (https://t1p.de/ix0jm)
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