Neues aus Kuba
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03.06.2026 08:00 Uhr
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Archipelago International, größter privater Hotelbetreiber Südostasiens, beendet seine Partnerschaft mit GAESA in Kuba. Fünf Aston-Hotels, darunter der Grand Aston La Habana, wurden an Gaviota übergeben. Die Zukunft von Meliá, dem größten Hotelbetreiber auf der Insel, bleibt ungewiss.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Die touristische Infrastruktur Kubas erlebt einen weiteren schweren Rückschlag: Mit der asiatischen Hotelgruppe Archipelago International hat sich ein weiterer internationaler Betreiber von den Inselhotels zurückgezogen. Das Unternehmen, das in Kuba unter der Marke Aston auftrat, beendete diese Woche seine Managementverträge für fünf Hotels, darunter das prestigeträchtige Grand Aston La Habana. Dieser Schritt folgt auf ähnliche Entscheidungen der spanischen Kette Iberostar und des kanadischen Anbieters Blue Diamond, die ihre Zusammenarbeit mit dem kubanischen Staatskonglomerat GAESA – dem Wirtschaftsarm der Streitkräfte – bereits aufgekündigt hatten. Die Abkehr der ausländischen Partner erfolgt nur wenige Tage vor Ablauf einer Frist, die das US-Finanzministerium gesetzt hatte: Unternehmen, die noch mit GAESA verbunden sind, drohen ab dem 5. Juni Sanktionen durch das Office of Foreign Assets Control (Ofac).
Die Hotels der Kette – darunter das Grand Aston La Habana, die Grand Aston Hotels in Varadero, Cayo Paredón, Cayo Las Brujas und das Aston Costa Verde – stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Sie sind in derselben Lage wie die von Iberostar und Blue Diamond zurückgelassenen Häuser. Zwar bleiben sie vorerst geöffnet, aber die Verwaltung hat nun die einheimische Firma Gaviota übernommen. Für die kubanische Tourismusbranche ist dieser Schritt ein schwerer Schlag, denn die Aston-Hotels zählen zu den prestigeträchtigsten Neubauten der Insel. Das Grand Aston La Habana war von Anfang an umstritten. GAESA hatte es inmitten einer tiefen Wirtschaftskrise errichtet, während die Bevölkerung unter akuten Mangel litt. Das Hotel entstand parallel zum Iberostar Selection Habana im umstrittenen Torre-K-Komplex, der heute wegen der Krise geschlossen ist. Diese Projekte verdeutlichen die Prioritätensetzung der kubanischen Führung: Während sich der städtische Verfall in Havanna ausbreitete und die Alltagsnot wuchs, investierte der Staat massiv in internationale Tourismusprojekte. Schon vor dem Abzug von Archipelago war das Grand Aston von der Talfahrt des Kuba-Tourismus betroffen. Nach Medienberichten war die Auslastung zeitweise so niedrig, dass Angestellte aufgefordert wurden, nicht zur Arbeit zu kommen, da keine Gäste da seien. Besonders brisant ist die Lage für die spanische Kette Meliá, die mit 14.053 Zimmern und einem Anteil von rund 14 Prozent an ihrem globalen Portfolio einer der größten Akteure auf Kuba ist. Bislang hat Meliá keine Entscheidung über einen Rückzug getroffen. Allerdings ist die Hälfte ihrer Hotels auf der Insel geschlossen, eine Folge der Energiekrise, die durch die US-Sanktionen und die Blockade von Öllieferungen noch verschärft wird. Von den 34 Meliá-Hotels in Kuba werden mindestens 15 gemeinsam mit Gaviota betrieben, darunter die großen Resorts auf den Cayos und einige der neuesten Hotels in Varadero. In Havanna hingegen sind die meisten Meliá-Häuser, wie das Meliá Cohiba, das Meliá Habana oder das Hotel Sevilla, an die staatlichen Gruppen Cubanacán oder Gran Caribe gebunden. Wie genau die US-Sanktionen Meliá treffen werden, ist noch unklar. Der Präsident und CEO Gabriel Escarrer hatte die Situation erst kürzlich als „hart“ und „unhaltbar“ bezeichnet und angekündigt, die wenigen Touristen auf weniger Hotels zu konzentrieren. „Ich glaube, heute weiß kaum jemand, was mit Kuba passieren wird“, räumte er ein. Escarrer, dessen Vater und Firmengründer nach Medienberichten enge Beziehungen zu Fidel Castro pflegte, war bereits im Februar 2020 von der OFAC sanktioniert worden. Damals zeigte er sich unbeeindruckt und kündigte an, mindestens drei weitere Jahrzehnte auf Kuba bleiben zu wollen. Noch im Februar dieses Jahres, bevor die Sanktionen gegen GAESA verschärft wurden, betonte er: „Es ist nicht unsere Absicht, uns zurückzuziehen. Wir fühlen uns in unserer Führungsposition sehr wohl.
Quelle: Arecoa (https://t1p.de/hqrkq)
Autor: Leon Latozke
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