Neues aus Kuba
|
03.06.2026 20:00 Uhr
Meliá, größter ausländischer Hotelbetreiber in Kuba, stellt den Betrieb von 15 Hotels ein. Begründet wird der sofortige Rückzug mit dem schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Kontext.
Die spanische Hotelkette Meliá, bislang der größte ausländische Betreiber von Hotels auf Kuba, hat angekündigt, mit sofortiger Wirkung den Betrieb von 15 der 34 Hotels, die das Unternehmen in Kuba verwaltet, einzustellen. Diese Entscheidung wurde der spanischen Börsenaufsicht CNMV mitgeteilt und von der Tochtergesellschaft Ilha Bela umgesetzt, die zuständig für die Verwaltung, Vermarktung und Nutzungsüberlassung der Hotelmarken war. Begründet wird der Schritt mit dem aktuellen geopolitischen, sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Umfeld in Kuba. Die Mitteilung an die Hotelbesitzer, das militärische Konglomerat Grupo de Administración Empresarial S.A. (GAESA), erfolgte bereits am 26. Mai, und das Unternehmen betont, dass es sich dabei um eine verantwortungsvolle unternehmerische Entscheidung handle, die auf eine Kombination unvorhersehbarer Umstände zurückgehe, die außerhalb des Einflussbereichs von Ilha Bela lägen.
Melias Rückzug reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Schritte anderer internationaler Unternehmen. Mit dem Rüpckzug von Meliá sind es bereits vier internationale Hotelketten, die sich in den letzten vier Tagen ganz oder teilweise aus Kuba zurückgezogen haben: Den Anfang machte die kanadische Blue Diamond, gefolgt von der spanischen Iberostar und der asiatischen Aston. Insgesamt werden rund 60 Luxushotels (4- und 5-Sterne-Häuser) nicht länger von ausländischen Unternehmen verwaltet werden. Auch die spanische Fluggesellschaft Iberia hat ihre Flüge zwischen Madrid und Havanna suspendiert. Diese Entwicklungen erfolgen wenige Tage vor Ablauf einer Frist, die die US-Regierung ausländischen Unternehmen gesetzt hat. Bis zum fünften des Monats sollen sie ihre wirtschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen zu Kuba und insbesondere zu GAESA auflösen, andernfalls müssen sie mit Sanktionen der US-Administration rechnen. Der Tourismus, ein essenzieller Sektor der kubanischen Wirtschaft, steckt bereits seit der Corona-Pandemie in einer tiefen Krise, die durch den US-amerikanischen Druck und das verschärfte Embargo, insbesondere die Blockade von Öllieferungen, noch verstärkt wurde. So kamen in den ersten vier Monaten des Jahres lediglich 328.608 internationale Touristen nach Kuba, ein Rückgang von 55,8 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Zahlen belegen den dramatischen Einbruch des Tourismus auf der Karibikinsel, der auf die schwere Wirtschaftskrise und die Unsicherheit angesichts der US-Sanktionen zurückzuführen ist. Die spanische Hotelkette gibt an, dass die unmittelbaren Auswirkungen des Rückzugs begrenzt seien, da die große Mehrheit der fünfzehn betroffenen Hotels bereits geschlossen und ohne Betrieb gewesen sei. Grund dafür seien die Energiekrise und der Nachfrageeinbruch, die Kuba infolge des US-Embargos erleidet. Ilha Bela hat angekündigt, spezifische Pläne für eine geordnete Herauslösung aus den Hotels zu erstellen und transparente Informationsprotokolle für Lieferanten und Kunden umzusetzen. Die betroffenen Objekte umfassen unter anderem das Gran Hotel Bristol Habana Vieja, das Innside Catedral Habana, das Meliá Buena Vista, das Meliá Cayo Santa María, das Meliá Jardines del Rey, das Meliá Las Dunas, das Meliá Península Varadero, die Paradisus-Liegenschaften Los Cayos, Princesa Mar, Río de Oro und Varadero sowie die Sol-Hotels Caribe Beach, Cayo Santa María, Río de Luna y Mares und Varadero Beach. 19 Hotels, die nicht GAESA gehören, wird das Unternehmen geöffnet halten wird, darunter drei in der Hauptstadt – Meliá Cohiba, Meliá Habana und Sevilla Habana –, zwei in Cienfuegos – das Meliá San Carlos, gegen das eine Klage auf Grundlage des Helms-Burton-Gesetzes eingereicht worden war, sowie La Unión – und eines in Sancti Spíritus – das Meliá Trinidad Península. Darüber hinaus behält das Unternehmen in den Badeorten die Hotels Meliá Internacional Varadero, Meliá Las Américas, Meliá Varadero, Meliá Marina Varadero, Sol Palmeras und Mystique Casa Perla by Royalton. Außerdem verbleiben Meliá Cayo Coco, Sol Cayo Coco, Meliá Cayo Guillermo und Sol Cayo Guillermo unter seiner Verwaltung. Im Osten des Landes wird es schließlich weiterhin Meliá Santiago de Cuba, Sol Turquesa Beach (Holguín) und Paradisus Los Cactus betreiben.
Quellen: DW (https://t1p.de/eofvy), 14ymedio (https://t1p.de/vk9sh)
Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed