Neues aus Kuba
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21.02.2026 19:40 Uhr
Kuba steuert auf kritischen März zu: Nach Einschätzung eines Marktanalysten könnten die Treibstoffreserven der Insel bis Ende des Monats erschöpft sein. Ein russischer Tanker soll unterwegs sein – doch reicht das, um einen Engpass abzuwenden?
Abbildung: Symbolbild Hafen von Havanna (Bildquelle: Christian Pirkl, Puerto de La Habana CF9A0684, CC BY-SA 4.0)
Kuba steht nach Einschätzung eines internationalen Marktbeobachters vor einem akuten Versorgungsproblem. Sollte sich die derzeitige Lage nicht kurzfristig ändern, könnten die Treibstoffreserven der Insel bis Ende März erschöpft sein. Hintergrund ist die fortdauernde US-Blockade, die den Energieimport erheblich erschwert.
Der Ölexperte Rohit Rathod vom Analysehaus Vortexa Ltd erklärte gegenüber Bloomberg, Kuba habe im Dezember zwar noch umfangreiche Lieferungen erhalten, die für einige Wochen ausreichten. Im Januar jedoch blieb erstmals seit einem Jahrzehnt eine Lieferung aus. Diese Lücke wirkt nun mit Verzögerung – denn Energieimporte folgen langfristigen Verträgen und komplexen Transportketten. Bleiben Tanker aus, schlägt sich das nicht sofort, sondern zeitversetzt in Engpässen nieder. Ein Hoffnungsschimmer könnte aus Russland kommen. Das Schiff „Sea Horse“ soll Anfang März mit rund 200.000 Barrel Gasöl eintreffen. Laut dem maritimen Informationsdienst Kpler erhielt der Tanker seine Fracht bei einer Umladung vor Zypern. Ob diese Menge ausreicht, um strukturelle Defizite auszugleichen, ist jedoch fraglich. Moskau nutzt die Situation für scharfe Kritik an Washington. Außenminister Sergej Lawrow forderte die USA auf, ihre Politik zu überdenken, und sprach von inakzeptablem Druck. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS sicherte er Kuba Unterstützung beim Schutz seiner Souveränität zu. Sein kubanischer Amtskollege Bruno Rodríguez Parrilla bezeichnete die US-Maßnahmen als Bedrohung für die Unabhängigkeit nicht nur Kubas, sondern aller Staaten. Auch der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow beschrieb die Lage in Havanna als „wirklich kritisch“, betonte jedoch, Russland strebe keine Eskalation an. Gleichzeitig kündigte die russische Luftfahrtbehörde Rosaviatsia an, Flüge nach Kuba vorübergehend auszusetzen, nachdem Sondermaschinen gestrandete Touristen zurückgebracht hatten. Die Gemengelage zeigt: Kuba ist energiepolitisch hochgradig verwundbar. Einzelne Tankerlieferungen können Engpässe mildern, lösen jedoch nicht das Grundproblem struktureller Abhängigkeit und politischer Isolation. Sollte die Versorgung weiter stocken, drohen erneute Stromausfälle, Produktionsstopps und zusätzliche Belastungen für eine ohnehin angeschlagene Wirtschaft.
Quelle: Latin Times (https://t1p.de/bcfkh)
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