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Ein Fünftel der kubanischen Bevölkeriung leidet derzeit unter eingeschränktem Zugang zu Trinkwasser. Ursachen sind Stromausfälle, defekte Pumpen, veraltete Leitungsnetze und anhaltende Dürre, besonders in den östlichen Provinzen. Besonders betroffen sind Havanna, Pinar del Río, Artemisa, Villa Clara, Cienfuegos, Santiago de Cuba und Granma.
19.12.2025 09:06 Uhr
Nach offiziellen Angaben hat rund ein Fünftel der kubanischen Bevölkerung derzeit mit eingeschränktem Zugang zu Trinkwasser zu kämpfen. Wie die Regierung am DOnnerstga (18.) vor der Nationalversammlung berichtete, sind täglich etwa zwei Millionen Menschen – das entspricht 20,8 Prozent der Gesamtbevölkerung von 9,6 Millionen – von Versorgungsproblemen betroffen.
Die Ursachen für die anhaltende Wasserknappheit sind vielschichtig. Einerseits wirken sich häufige Stromausfälle und technische Defekte an Pumpen und Leitungsnetzen negativ auf die Versorgung aus. Der Staatsbetrieb für Wasserressourcen wies zudem auf die anhaltende Dürre hin, die insbesondere die östlichen Provinzen der Insel belastet. Die Stromversorgung gilt als besonders instabil: In weiten Teilen Kubas kann der Stromausfall bis zu 20 Stunden täglich dauern, was die Wasserförderung erheblich erschwert. Die Regierung hat nach eigenen Angaben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern. Dazu zählen der Ausbau von mehr als einer Million Kilometer Leitungen, die Sanierung von zehn Wasseraufbereitungsanlagen sowie der Betrieb von 713 Pumpstationen. Zudem konnten in diesem Jahr 33.358 Menschen an Abwassernetze angeschlossen und 16.507 neue Wasseranschlüsse installiert werden. Trotz dieser Bemühungen hat sich die Lage seit der letzten parlamentarischen Sitzung im Juli verschärft: Damals fehlte rund einem Million Kubanern ein adäquater Zugang zu Trinkwasser, was etwa zehn Prozent der Bevölkerung entsprach. Besonders betroffen sind die Provinzen La Habana, Pinar del Río und Artemisa im Westen, Villa Clara und Cienfuegos im Zentrum sowie Santiago de Cuba und Granma im Osten. Die unzureichende Wasserversorgung hat in mehreren Regionen der Insel bereits zu Protesten geführt. Einwohner berichten von regelmäßigen Engpässen und langen Wartezeiten an öffentlichen Wasserstellen. Experten warnen, dass die Kombination aus veralteter Infrastruktur, anhaltender Trockenheit und Energiekrise die Versorgung auch künftig erheblich belasten dürfte. Die kubanische Regierung steht damit vor der Herausforderung, die Trinkwasserversorgung trotz technischer, klimatischer und energetischer Probleme nachhaltig zu sichern – eine Aufgabe, die sowohl die Lebensqualität der Bevölkerung als auch die politische Stabilität auf der Insel direkt betrifft.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/oew93)
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Text: Leon Latozke
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