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Fast einen Monat nach Hurrikan Melissa kämpfen Tausende Kubaner in der östlichen Region weiterhin mit den Folgen des Sturms. Viele leben ohne Strom, ohne Trinkwasser und in provisorischen Unterkünften. Besonders betroffen sind Städte wie Río Cauto, Los Mangos und die Küstenregion Guamá, wo Überschwemmungen ganze Wohnviertel zerstörten.
27.11.2025 07:40 Uhr
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Fast vier Wochen nach dem Durchzug von Hurrikan Melissa bleibt die östliche Region Kubas von den Folgen des Sturms schwer betroffen. Melissa, einer der stärksten jemals aufgezeichneten atlantischen Hurrikane, verwüstete weite Teile des Landes, insbesondere die Provinzen Granma und Santiago de Cuba. Tausende Menschen leben weiterhin ohne Strom, ohne Zugang zu Trinkwasser und in provisorischen Unterkünften.
In Río Cauto, einer Kleinstadt entlang des gleichnamigen Flusses, haben zahlreiche Familien ihr Zuhause verloren. Viele Menschen sind gezwungen, tagsüber Wasser aus dem Fluss zu schöpfen und nachts eng zusammen in Schulen oder temporären Zelten zu schlafen. Die 80-jährige Lucía García lebt mit ihren beiden Söhnen und ihrem bettlägerigen Ehemann in einem Klassenzimmer, das als Notunterkunft für 14 Familien dient. Weitere 25 Familien teilen sich bei Verwandten oder Nachbarn Unterkunft und Verpflegung. Wasserlieferungen erreichen die Betroffenen nur alle drei bis vier Tage. Die Zerstörungen gehen auf die Kombination aus starkem Sturm und Überschwemmungen nach der Öffnung lokaler Staudämme zurück. Laut offiziellen Angaben wurden mehr als 2.300 Menschen evakuiert, über 750 fanden vorübergehend bei Privatpersonen Unterkunft. Während staatliche Medien von einer „abgeschlossenen Rückkehr der Bevölkerung“ berichten, schildern viele Bewohner schwere Schäden, die ein Zurückkehren unmöglich machen. Auch in Los Mangos, einer Nachbarstadt, waren die Überschwemmungen verheerend. „Bis zum Morgengrauen stand das ganze Dorf unter Wasser“, berichtet Anisleydis Hidalgo, die vor dem Hurrikan evakuiert wurde. Sie lebt nun in einem Militärzelt mit ihrer fünfjährigen Tochter und zwei weiteren Familien. Sozialarbeiter berichten, dass 58 Menschen, darunter 30 Kinder, zehn Zelte der indischen Regierung teilen. Dringendste Herausforderung bleibt die Versorgung mit Trinkwasser, die nahezu vollständig zusammengebrochen ist. In der südlichen Küstenregion Guamá sind zahlreiche Häuser zerstört, Elektrizität und Infrastruktur schwer beschädigt. Altagracia Fonseca, 65, musste nach der Überflutung ihrer Wohnung in ein improvisiertes Lager umziehen. Matratzen, Elektrogeräte und persönliche Gegenstände wurden zerstört. Ähnlich erging es Elizandra Sorrilla, die gemeinsam mit ihrer Familie in einem kleinen Geschäft lebt, das nun Küche, Schlafzimmer und Wohnraum zugleich beherbergt. Die Stromversorgung ist weiterhin stark beeinträchtigt. Geplante Abschaltungen dauern vielerorts stundenlang, und die National Electric Union kündigte an, dass die Reparaturen bis Mitte Dezember andauern könnten. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst. In El Carmen blockierten Anwohner kürzlich eine Hauptstraße mit umgestürzten Bäumen und Strommasten, um auf die anhaltenden Stromausfälle aufmerksam zu machen. Hilfsgüter wie Lebensmittel, Matratzen und Dachziegel werden verteilt, dennoch bleiben viele Grundbedürfnisse unbefriedigt. Die wirtschaftliche Lage des Landes verschärft die Krise. US-Sanktionen, die in den vergangenen Jahren verschärft wurden, behindern Importmöglichkeiten und belasten die Infrastruktur zusätzlich. Offiziellen Angaben zufolge gab es in Kuba keine Todesopfer durch Melissa. Über 700.000 Menschen wurden evakuiert, rund 53.000 können nicht in ihre Wohnungen zurückkehren, davon 7.500 in offiziellen Notunterkünften. Zum Vergleich: Auf Jamaika forderte der Hurrikan mindestens 45 Todesopfer, in Haiti kamen mindestens 43 Menschen ums Leben.
Quelle: The Star (https://t1p.de/jgdpt)
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Text: Leon Latozke
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