Neues aus Kuba
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11.06.2026 09:00 Uhr
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Eine angeblich von den USA genehmigte Öllieferung nach Kuba durch die Firma Vanguard Energy wird vom US-Außenministerium dementiert. Das Ministerium betont, dass die geltenden Sanktionen ohne eine spezielle Ausnahme weiterwirken.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Der russische Öltanker Anatoly Kolodkin erreicht am 31. März 2026 den Hafen von Matanzas. Mit 730.000 Barrel Rohöl brachte er die erste Lieferung nach Kuba seit Januar. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Das US-Außenministerium hat bestritten, dass die Firma Vanguard Energy aus Florida eine Lizenz besitzt, um 250.000 Barrel Treibstoff nach Kuba zu exportieren. Es wäre die größte Lieferung seit Beginn des US-Embargos gegen die Insel. Ein Ministeriumssprecher erklärte auf Anfrage, Vanguard Energy habe für diese Transaktion keinerlei Genehmigung erhalten. Hintergrund waren Berichte von Bloomberg und dem Miami Herald, wonach das Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen stehe, um monatlich oder alle vierzig Tage 100.000 Barrel Benzin und 150.000 Barrel Diesel nach Kuba zu liefern. Dies könnte den geschätzten Bedarf von elf Tagen decken.
Die Firma mit Sitz in Coral Gables, im Großraum Miami, habe nach eigenen Angaben bereits einen Vertrag mit einer kubanischen Importagentur unterzeichnet, um Anlagen der staatlichen Ölgesellschaft CUPET zur Treibstofflagerung zu mieten. Vanguard Energy betont, dass man sich im Rahmen der Richtlinien von Präsident Donald Trump bewege. Dieser hatte im Februar Exporte von Erdöl nach Kuba erlaubt, sofern sie für wirtschaftliche Aktivitäten des Privatsektors bestimmt sind oder direkt an Einzelpersonen für den persönlichen und familiären Gebrauch verkauft werden. Das Unternehmen gab an, seit Monaten mit kubanischen und US-Behörden zu verhandeln, und der Treibstoff sei für den privaten Sektor bestimmt. Die Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt wachsender Spannungen. Kuba leidet seit Mitte 2024 unter einer schweren Energiekrise, die sich durch die US-Embargomaßnahmen noch verschärft hat. Die Insel benötigt täglich rund 100.000 Barrel Erdöl, um ihren Energiebedarf zu decken, kann aber nur 40.000 Barrel aus eigener Förderung bereitstellen. Die kubanische Regierung beklagte, dass die Vereinten Nationen wegen der Brennstoffknappheit nicht in der Lage seien, 170 Container mit humanitärer Hilfe zu verteilen. Die Washingtoner Sanktionen gegen die Insel, die US-Präsident Trump im Januar verhängt hatte, um die Lieferung ausländischen Erdöls zu unterbinden, bleiben laut dem Sprecher des Außenministeriums weiterhin in Kraft, solange keine spezifische Ausnahmegenehmigung oder Richtlinie etwas anderes verfügt. Vanguard Energy selbst hat sich bislang nicht zu den Anfragen geäußert.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/awtq1)
Autor: Leon Latozke
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