Neues aus Kuba
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24.02.2026 07:30 Uhr
Kubas Tourismusbranche startet mit einem deutlichen Minus ins Jahr 2026. Neue Zahlen zeigen: Trotz Zuwächsen aus Kanada und Russland bricht der Gesamtmarkt weiter ein. Besonders dramatisch ist der Rückgang aus den USA und von Auslandskubanern.
Abbildung: Strand in Kuba (Foto von Massimo Sartirana auf Unsplash)
Der kubanische Tourismussektor, lange Zeit Devisenbringer und Hoffnungsträger der Volkswirtschaft, ist mit einem deutlichen Rückgang ins Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben der kubanischen Statistikbehörde (Oficina Nacional de Estadísticas e Información - ONEI) besuchten im Januar lediglich 184.833 internationale Reisende die Insel – ein Minus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es ist der schwächste Januarwert seit mindestens 13 Jahren, sofern man die pandemiebedingten Einbrüche ausklammert.
Diese Entwicklung trifft ein Land, das sich ohnehin in einer tiefgreifenden Wirtschafts- und Energiekrise befindet. Bereits 2025 blieb Kuba mit gut 1,8 Millionen ausländischen Besuchern deutlich unter dem offiziellen Ziel von 2,6 Millionen. Zum Vergleich: 2024 wurden 2,2 Millionen Gäste registriert, 2023 waren es 2,4 Millionen. Von den Rekordwerten der Jahre 2018 (4,6 Millionen) und 2019 (4,2 Millionen) ist das Land inzwischen weit entfernt. Verschiebungen in den Herkunftsmärkten Ein genauer Blick auf die Herkunft der Reisenden offenbart ein gespaltenes Bild. Kanada und Russland – traditionell die wichtigsten Märkte – legten zu. Aus Kanada kamen 99.727 Besucher, ein Plus von zwölf Prozent. Russland verzeichnete mit 15.688 Gästen sogar einen Anstieg um 31 Prozent. Auch Argentinien (7.336) und China (3.460) steigerten ihre Zahlen. Demgegenüber stehen drastische Einbrüche in anderen Segmenten. Besonders auffällig ist der Rückgang bei der im Ausland lebenden kubanischen Gemeinschaft: Mit 12.574 Einreisen sank ihre Zahl um mehr als 40 Prozent. Noch deutlicher fiel der Einbruch aus den USA aus. Lediglich 6.997 Reisende wurden registriert – ein Minus von über 50 Prozent. Auch aus Mexiko, Frankreich, Spanien und Kolumbien kamen weniger Besucher. Deutschland, über Jahre hinweg ein relevanter europäischer Herkunftsmarkt für Kuba-Reisen, wird in den jüngsten veröffentlichten Zahlen nicht mehr separat ausgewiesen. Die Verschiebungen zeigen, dass Kuba zunehmend von wenigen Märkten abhängig wird. Während Kanada und Russland aktuell Stabilität signalisieren, bricht das Geschäft mit anderen Ländern weg. Eine solche Konzentration erhöht die Verwundbarkeit – insbesondere in einem geopolitisch angespannten Umfeld. Treibstoffmangel und geopolitischer Druck Die Perspektiven für die laufende Hochsaison gelten als unsicher. Hintergrund ist unter anderem ein akuter Treibstoffmangel auf der Insel. Mehrere kanadische und russische Fluggesellschaften kündigten in den vergangenen Wochen an, ihre Kuba-Flüge vorübergehend auszusetzen, da die Versorgung mit Kerosin nicht gesichert sei. Zusätzlich haben einige Staaten ihre Bürger zu besonderer Vorsicht bei Reisen nach Kuba aufgerufen oder ganz davon abgeraten. Die kubanische Regierung führt die Lage maßgeblich auf den verschärften Druck aus Washington zurück. Maßnahmen, die von der Menschenrechtsstelle der Vereinten Nationen als völkerrechtswidrig bewertet wurden, verschärfen nach Havannas Darstellung die Energie- und Versorgungskrise. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Kuba wirken sich damit unmittelbar auf die touristische Infrastruktur aus. Wirtschaftlicher Kernsektor unter Druck Tourismus ist für Kuba mehr als nur ein Wirtschaftszweig. Neben professionellen Dienstleistungen und Überweisungen von Auslandskubanern zählt er zu den wichtigsten Devisenquellen. Einnahmen aus Hotels, Gastronomie und Transport sind essenziell für die Finanzierung von Importen – vom Treibstoff bis zu Lebensmitteln. Doch die strukturellen Probleme sind vielschichtig. Die Energieknappheit beeinträchtigt Hotels und Verkehr, Servicequalität und Versorgungslage leiden. Gleichzeitig wurden internationale Flugverbindungen reduziert. In der Summe entsteht ein Teufelskreis: Weniger Flüge bedeuten weniger Besucher, weniger Besucher verschärfen die Finanzknappheit. Der Kontrast zu anderen Karibikdestinationen ist deutlich. Während Orte wie Punta Cana in der Dominikanische Republik oder Cancún in Mexiko nach der Pandemie historische Höchststände verzeichnen, bleibt Kuba hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die politische Großwetterlage und interne Engpässe verhindern bislang eine nachhaltige Erholung.
Quelle: ONEI (https://t1p.de/ddbb7)
Autor: Leon Latozke
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