Neues aus Kuba
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22.04.2026 17:00 Uhr
Das kubanische Musikduo Gente de Zona blickt auf 25 Jahre Karriere zurück. Im Interview vor ihrer großen Spanien-Tournee 2026 betonen Randy Malcom und Alexander Delgado, ihr größter Erfolg sei es, die kubanische Musik weltweit zu vertreten – in der Tradition von Celia Cruz.
Für das kubanische Musikduo Gente de Zona liegt der größte Erfolg Karriere nicht in Chartplatzierungen oder Streaming-Zahlen, sondern in einer kulturellen Mission. „Das Beste, was uns passieren konnte, seit wir aus der Anonymität herausgetreten sind, war es, unsere kubanische Musik in die ganze Welt zu tragen, so wie es Celia Cruz getan hat, und unsere Ideale zu verteidigen“, erklärt Randy Malcom, in einem Interview vor Beginn ihrer anstehenden Spanien-Tournee mit der Nachrichtenagentur EFE. Sein musikalischer Partner Alexander Delgado quittiert diese Aussage mit einem einvernehmlichen Lächeln. Die Künstler verstehen sich demnach nicht nur als Botschafter der tropischen Musik, sondern auch als Teil einer neuen Öffnung für kubanische Klänge weltweit.
Diese Mission sei umso bedeutender, da es für Kuba „immer ein wenig schwierig“ gewesen sei, seine Musik zu exportieren, so Malcom weiter. Er verwies in dem Gespräch auf strukturelle Hürden: „In Kuba gibt es keine multinationalen Plattenfirmen, und wir wurden immer von den USA boykottiert, die eine der größten Industrien haben.“ Vor diesem Hintergrund betrachtet das Duo seinen internationalen Erfolg als einen wichtigen Durchbruch. Die anstehende „Tour España 2026“, die am 25. Juni beginnt und bis zum 8. August läuft, ist die bisher umfangreichste des Duos in Spanien und fällt mit ihrem 25-jährigen Bühnenjubiläum zusammen. Stationen werden unter anderem Madrid, Granada, Barcelona und Valencia sein. Zuvor gastiert das Duo am 20. und 21. Juni in der Schweiz in Zürich bzw. Bellinzona. Im Interview reflektierten die Musiker auch den gewandelten Stellenwert lateinamerikanischer Musik in Europa. Alexander Delgado schilderte die Entwicklung seit dem Jahr 2000, als sie ihre Karriere starteten: „Als wir in der Industrie begannen, war es praktisch der Moment, in dem Latinos anfingen, Musik zu machen, und Menschen von anderen Kontinenten begannen, sich dafür zu interessieren.“ Damals, vor 25 Jahren, sei urbane Musik in Ländern wie Spanien oder Italien noch kaum zu hören gewesen. Heute hingegen stelle die Popularität des Genres einen „großen Fortschritt für die lateinamerikanische Musik“ dar. Ein besonders bewegender Moment für die Künstler sei es, wie Malcom schildert, wenn sie in einem Land auftreten, in dem sie keine kubanischen Fans erwarten, und dann doch Menschen ihre Lieder mitsingen und kubanische Flaggen schwenken. Dies zeige den stolzen Zusammenhalt der Latino-Community. Trotz aller musikalischen Evolutionen über die Jahre betont das Duo, seine tropische Essenz bewahrt zu haben. „Die Identität zu finden, ist das Schwierigste, wenn man in der Musik anfängt. Die Essenz von Gente de Zona hat uns als kubanische Gruppe geprägt, die ein Erbe in der Industrie hinterlassen hat“, wird Malcom zitiert. Es sei zwar normal, mit den Trends zu gehen und sich weiterzuentwickeln, doch es sei „wesentlich“, ihren „tropischen Stempel“ auf alle Songs zu setzen. Als Beispiel für diese gelungene Verbindung aus Bewahrung und Neuerung kündigte Delgado eine neue Zusammenarbeit mit dem spanisch-dominikanischen Sänger Juan Magán an, der in Lateinamerika große Anerkennung gefunden hat. „Die Formel Gente de Zona-Juan Magán wiederholt sich mit einem Sommersong“, freute sich Delgado. Dennoch wollen sie auf der Tournee vor allem ihr Repertoire und ihre „großen Songs“ wie „Bailando“ (2014) oder „La Gozadera“ (2015) zelebrieren, mit denen sie einst den internationalen Durchbruch schafften.
Quelle: EFE (https://t1p.de/uv2ze)
Autor: Leon Latozke
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