Neues aus Kuba
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21.04.2026 08:00 Uhr
Die Gespräche zwischen den USA und Kuba stecken in der Sackgasse. Nach Medienleaks bestätigt Havanna ein Treffen, doch die Versionen klaffen auseinander: Ultimaten und Reformforderungen aus Washington gegen den kubanischen Appell, die „energetische Belagerung“ zu beenden. Militärdrohungen und Abwehrrhetorik heizen die Stimmung weiter an.
Die Gespräche zwischen Washington und Havanna scheinen in einer Sackgasse zu stecken. Die kubanischen Behörden bestätigten erstmals ein Treffen von Regierungsvertretern beider Länder auf der Insel – Tage, nachdem drei US-Medien (Axios, The New York Times und USA Today) unter Berufung auf anonyme Quellen darüber berichtet hatten. „Ich kann bestätigen, dass kürzlich hier auf Kuba ein Treffen zwischen Delegationen Kubas und der USA stattfand“, erklärte Alejandro García del Toro, stellvertretender Generaldirektor für die USA im Außenministerium, der offiziellen Zeitung Granma.
Doch die Darstellung dieses Austauschs könnte kaum unterschiedlicher sein. Die in den USA geleakten, untereinander konsistenten Informationen besagen, Washington habe von der kubanischen Seite die Freilassung prominenter politischer Gefangener – darunter der Dissidenten-Künstler Luis Manuel Otero Alcántara und Maykel Osorbo – binnen zwei Wochen gefordert. Dies sei eine erste „Geste des guten Willens“ gewesen, dem eine Liste weiterer Forderungen nach tiefgreifenden wirtschaftlichen und politischen Reformen folgen sollte. Der kubanische Diplomat García del Toro dementierte dies entschieden: In dem Treffen seien weder „Fristen“ noch „erzwungene Forderungen“ festgelegt worden. Das dem kubanischen Inenministerium nahestehende Portal Razones de Cuba bekräftigte, ein Dialog könne nicht „unter Bedingungen“ geführt werden, und pochte auf die „Souveränität“ der Insel „ohne Erpressung, ohne Bedingungen“. Stattdessen habe die kubanische Seite die „Aufhebung der Energieblockade gegen das Land“ als „Thema von höchster Priorität“ eingefordert, ein Verweis auf das seit Januar geltende US-Embargo für Öllieferungen. Während Axios berichtete, mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel des Ex-Präsidenten Raúl Castro, habe ein Schlüsselmann der früheren Dialoginitiativen an dem Treffen teilgenommen, nannte Granma auf kubanischer Seite nur die Ebene eines „stellvertretenden Außenministers“ und auf US-Seite „Assistant Secretaries“ des State Department. Eine offizielle Stellungnahme zu Teilnehmern und Inhalten des Gesprächs von beiden Regierungen liegt bislang nicht vor. Parallel zu diesen diplomatischen Manövern hat die Trump-Administration die rhetorische Eskalation forciert. US-Medienberichte deuten übereinstimmend an, Präsident Donald Trump bevorzuge zwar den diplomatischen Weg, schließe eine militärische Intervention aber nicht aus, sollte Havanna nicht seinen Zeitplan einhalten. Trump selbst wich direkten Fragen zu Berichten über finalisierte Interventionspläne des Kriegsministeriums aus, sprach jedoch von der „großen Stärke“ des US-Militärs im Kontext der Iran-Operationen und ließ durchblicken, dies könne Kuba „sehr bald“ eine „neue Morgendämmerung“ bringen. Auf der Insel begegnet man diesen Drohungen mit einer Mischung aus trotziger Rhetorik und historischen Analogien. Anlässlich des 65. Jahrestags der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht durch von den USA unterstützte Exilkubaner rief die Führung in Havanna zum Widerstand gegen jede neue Aggression auf. „Gegen jede Aggression, wie in Girón (Schweinebucht), werden wir siegen“, betonte Roberto Morales Ojeda, Organisationssekretär der Kommunistischen Partei Kubas. Präsident Miguel Díaz-Canel forderte die Kubaner auf, „bereit“ für eine mögliche Invasion zu sein: „Wir wollen sie nicht, aber es ist unsere Pflicht, uns vorzubereiten, um sie zu verhindern und, falls sie unvermeidbar wäre, um sie zu gewinnen.“ Am Sonntag unterzeichnete er eine Erklärung, dass „die kubanische Revolution niemals ihre Prinzipien verhandeln“ werde – ein Dokument, das landesweit zur Unterschrift gesammelt wird, um die innere Geschlossenheit zu demonstrieren. Der aktuelle Druck der USA auf Kuba, politische und wirtschaftliche Reformen umzusetzen, folgt auf die militärische Intervention Washingtons in Venezuela, die mit der Gefangennahme des ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro endete. Seit Januar verschärft die Blockade von Öllieferungen die ohnehin prekäre wirtschaftliche und soziale Lage Kubas dramatisch. Díaz-Canel hatte den Beginn von Kontakten mit den USA am 13. März bestätigt, Wochen nach Trumps Ankündigung von Verhandlungen. Derzeit scheinen beide Seiten jedoch vor allem damit beschäftigt, ihre unvereinbaren Positionen über die Medien zu kommunizieren, während die Drohkulisse weiter wächst.
Quellen: Razones de Cuba (https://t1p.de/c2086), Granma (https://t1p.de/v5qja), EFE (https://t1p.de/jbvnu)
Autor: Leon Latozke
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