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18.04.2026 08:00 Uhr
Kuba versucht, dringend benötigtes Kapital aus der Diaspora zu mobilisieren. Ein neues Dekret schafft einen speziellen Aufenthaltsstatus für im Ausland lebende kubanische Staatsbürger, die in ihre krisengeplagte Heimat investieren wollen. Die Regierung wirbt explizit um Investitionen – auch große Vorhaben in Infrastruktur, Tourismus und Bergbau.
Abbildung: Außenhandelsminister Óscar Pérez-Oliva Fraga, März 2026 (Bildquelle: Mesa Redonda, Óscar Pérez-Oliva Fraga, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 4.0)
Havanna setzt auf die Finanzkraft seiner globalen Diaspora: Ein vom Staatsrat am Donnerstag gebilligtes Dekret Ein vom Staatsrat am Donnerstag (16.) gebilligtes Dekret führt einen Aufenthaltsstatus für „Investitionen und Geschäfte“ ein, der sich an im Ausland lebende kubanische Staatsbürger richtet, wie Staatsmedien am Freitag berichteten. Mit dem neu geschaffenen Aufenthaltsstatus will die kubanische Regierung die kubanische Diaspora dazu bewegen, Kapital in ihre krisengeplagte Heimat zu lenken und am heimischen Wirtschaftsmodell zu partizipieren. Diese Initiative folgt auf eine weitere Lockerung vor einem Monat, als Havanna kubanischstämmigen Unternehmern offiziell geschäftliche Aktivitäten erlaubte. Die genauen Modalitäten werden in noch zu erlassenden Durchführungsbestimmungen geregelt, wie das Parlament auf seiner Website hervorhob.
Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva hatte bereits im März die Bereitschaft signalisiert, nicht nur mit US-Unternehmen, sondern auch mit in den USA lebenden Kubanern und deren Nachkommen Handelsbeziehungen aufzunehmen. Dabei betonte er, dass sowohl kleinere als auch größere Investitionsvorhaben willkommen seien – mit einem besonderen Fokus auf die marode Infrastruktur. Konkret nannte Pérez-Oliva als Zielbranchen den Tourismus und den Bergbau, zwei Schlüsselsektoren, die dringend einer Wiederbelebung bedürfen. Eines der vordringlichsten Probleme ist dabei das veraltete Stromnetz, das in den vergangenen Monaten wiederholt zu flächendeckenden, teils tagelangen Blackouts führte und die wirtschaftliche Erholung massiv behindert. Die politischen Rahmenbedingungen bleiben jedoch äußerst schwierig. Seit 1962 unterliegt Kuba einem umfassenden US-Wirtschaftsembargo, das amerikanische Investitionen bis heute praktisch unmöglich macht. Unter Präsident Donald Trump wurde der Druck auf die sozialistische Inselnation noch einmal verschärft. Trotz der aktuellen militärischen Verwicklungen im Iran-Konflikt hat Trump Kuba nicht aus den Augen verloren. In einer jüngsten Äußerung ließ er durchblicken, dass das Land weiter auf seiner Agenda stehe: „Vielleicht werden wir in Kuba vorbeischauen, wenn wir hiermit fertig sind.“ Vor diesem Hintergrund erscheint Kubas neuer Vorstoß auch als strategischer Schachzug, um trotz der anhaltenden Blockade alternative Finanzquellen zu erschließen und die isolierte Wirtschaft langfristig zu stabilisieren.
Quelle: ACN (https://t1p.de/zjd1n)
Autor: Leon Latozke
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