Neues aus Kuba
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20.02.2026 19:05 Uhr
Greta Thunberg unterstützt eine internationale Hilfsflotte für Kuba – und verbindet ihre Solidarität mit scharfer Kritik an politischen Entscheidungsträgern. Der geplante Schiffskonvoi soll Lebensmittel und Medikamente nach Havanna bringen, während die Insel unter massiven Energie- und Versorgungsproblemen leidet.
Die internationale Hilfsinitiative „Nuestra América“, die im März mit einem Schiffskonvoi Havanna erreichen will, erhält prominente Unterstützung: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich öffentlich hinter das Vorhaben gestellt. Die Flotte will Lebensmittel, Medikamente sowie medizinische Hilfsgüter nach Kuba bringen – in ein Land, das sich in einer akuten Energie- und Versorgungskrise befindet.
Thunberg begründet ihre Unterstützung mit der humanitären Lage auf der Insel. Die Menschen in Kuba könnten „jede Hilfe“ gebrauchen, erklärte sie. Zugleich verband sie ihre Solidaritätsbekundung mit scharfer Kritik an politischen Entscheidungsträgern. „Imperiale“ Politiker wie US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu müssten durch internationale Solidarität in ihre Schranken gewiesen werden, so Thunberg. Ob sie selbst an Bord eines der Schiffe sein wird, ließ sie offen. Die Initiative wird von einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften, Hilfsorganisationen, Abgeordneten und Aktivisten getragen. Als Referenz dient eine frühere Hilfsflotte für den Gazastreifen, die im vergangenen Jahr von israelischem Militär gestoppt wurde. Auch Thunberg war damals unter den Aktivisten, die vorübergehend festgesetzt und später abgeschoben wurden. Ihre jetzige Unterstützung für Kuba knüpft somit an frühere politische Interventionen an, bei denen sie sich nicht nur als Klimaaktivistin, sondern als Akteurin internationaler Solidaritätsbewegungen positionierte. Im Zentrum steht diesmal Kuba, wo sich die wirtschaftliche Lage zuletzt weiter verschärft hat. Seit Wochen sind keine Öl- oder Kraftstofflieferungen mehr auf der Insel angekommen. Hintergrund ist die Entscheidung der US-Regierung, nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro die Öllieferungen Venezuelas an Kuba zu stoppen. Staaten, die dennoch Erdöl liefern, drohen zusätzliche US-Zölle. Die Folgen sind im Alltag spürbar: Tankstellen bleiben leer, staatliche Einrichtungen reduzieren ihren Betrieb. Universitäten wurden geschlossen, der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt, Arbeitszeiten verkürzt. Die Regierung reagierte mit Energiesparmaßnahmen und erlaubte privaten Unternehmen, Diesel und Benzin zu importieren – ein Schritt, der die Dramatik der Lage unterstreicht. Bereits zuvor litt das Land unter Stromausfällen sowie Engpässen bei Lebensmitteln und Medikamenten. Vor diesem Hintergrund erhält Thunbergs Unterstützung politische Signalwirkung. Die Aktivistin verleiht der Initiative internationale Aufmerksamkeit und moralische Legitimation. Ob die Hilfsflotte tatsächlich strukturelle Entlastung bringen kann, bleibt offen. Klar ist jedoch: Mit ihrer Positionierung rückt Thunberg die Krise Kubas erneut in den Fokus einer globalen Debatte über Sanktionen, Blockaden und internationale Verantwortung.
Quelle: Die Zeit (https://t1p.de/r1hp4)
Autor: Leon Latozke
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