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07.09.2026 07:00 Uhr
Nach Zentralafrika und Äquatorialguinea nun Guyana: Vier Kubaner gehören zu sechs Migranten, die im Rahmen eines neuen US-Abkommens dorthin abgeschoben wurden. Das südamerikanische Land ist bereits Zuhause für über 135.000 kubanische Einwanderer.
Abbildung: Georgetown wird Teil von Trumps Drittstaaten-Abschiebeprogramm (Bildquelle amanderson2, Downtown Georgetown, Guyana, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 2.0)
Die südamerikanische Republik Guyana hat als erstes Land eine neue Runde des US-Abschiebeprogramms für Drittstaaten durchlaufen: Am Freitag trafen vier kubanische und zwei afghanische Staatsangehörige in Georgetown ein – abgeschoben von den Vereinigten Staaten im Rahmen eines monatelang verhandelten Abkommens mit Washington.
Außenminister Robert Persaud bestätigte die Ankunft der Gruppe und betonte, seine Regierung habe die Betroffenen vorab überprüft. Keiner von ihnen weise ein Strafregister auf; ausschlaggebend für die Abschiebung seien ausschließlich aufenthaltsrechtliche Gründe gewesen. Der Jüngste der sechs ist 20, der Älteste 36 Jahre alt. Namen wurden nicht veröffentlicht, ebenso wenig die Haftanstalt, aus der sie in den USA überstellt wurden. Das Abkommen ist zunächst auf ein Jahr befristet und stellt laut Persaud keine dauerhafte Ansiedlung dar. Weitere Anfragen aus Washington lägen derzeit nicht vor. Über den künftigen Aufenthaltsstatus der Betroffenen soll das Programm für unterstützte freiwillige Rückkehr der Internationalen Organisation für Migration (IOM) entscheiden – am Ende könnten sie in ihre Herkunftsländer zurückkehren oder in ein drittes Land weiterziehen. Kosten für Unterbringung und Versorgung will die guyanische Regierung nach eigenen Angaben nicht übernehmen; man behalte sich zudem vor, künftige Kandidaten abzulehnen. Guyana reiht sich damit in eine wachsende Liste karibischer Staaten ein, die im Rahmen von Trumps Drittstaaten-Abschiebepolitik kleinere Gruppen von Migranten aufnehmen – darunter St. Kitts und Nevis, Belize sowie St. Lucia, das in dieser Woche seine erste Gruppe erwartet. Insgesamt soll die US-Regierung in Trumps zweiter Amtszeit mehr als 30 solcher Abkommen geschlossen haben, mindestens 15 davon mit Staaten des amerikanischen Kontinents. Einige dieser Vereinbarungen – etwa mit Uganda – sollen nach Berichten mit erheblichen Zahlungen an die aufnehmenden Regierungen verbunden gewesen sein. Der Fall Guyana unterscheidet sich jedoch von früheren, deutlich konfliktreicheren Abschiebungen. Im August hatte die US-Einwanderungsbehörde ICE vier Kubaner gemeinsam mit honduranischen und ecuadorianischen Migranten in die Zentralafrikanische Republik verbracht; die Betroffenen gaben an, nie über ihr Ziel informiert und zum Einsteigen ins Flugzeug gezwungen worden zu sein. Wenige Wochen später weigerten sich drei weitere Kubaner in Liberia auszusteigen, und landeten stattdessen in Äquatorialguinea. Rodríguez wirft ICE-Beamten vor, Gewalt angewendet zu haben; alle drei sitzen weiterhin in dem westafrikanischen Land fest. Guyana bietet demgegenüber eine ungewöhnliche Ausgangslage: Das Land beherbergt bereits eine große kubanische Gemeinschaft. Nach Bloomberg-Angaben ließen sich allein 2025 mehr als 135.000 Kubaner im Zuge des guyanischen Ölbooms dort nieder – das Land dient zugleich als wichtige Transitroute in andere Teile Südamerikas, etwa nach Brasilien. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Havanna und Georgetown reichen bis 1972 zurück. Bis Februar dieses Jahres bestand zudem ein 48 Jahre altes Gesundheitskooperationsabkommen, in dessen Rahmen kubanisches Fachpersonal nach Guyana entsandt wurde. Seit dessen Auslaufen stellt Guyana kubanische Fachkräfte, die die lokalen Anforderungen erfüllen, direkt ein – außerhalb des staatlichen kubanischen Entsendeschemas, über das Havanna gewöhnlich den Großteil der im Ausland erwirtschafteten Einkünfte einbehält. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dieses Modell seit Jahren wegen staatlicher Kontrolle über die Mediziner, eingeschränkter Bewegungsfreiheit, Überwachung und einbehaltener Gehälter. Autor: Leon Latozke
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