Neues aus Kuba
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02.01.2026 07:00 Uhr
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Ein schwerer Systemfehler legte Samstagabend das Stromnetz der westlichen Provinzen in Kuba lahm. Fünf Regionen von Matanzas bis Pinar del Río, einschließlich Havanna, sind ohne Strom.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Die chronische Energiekrise in Kuba hat am Samstagabend (01.) einen neuen, dramatischen Höhepunkt erreicht. Nach Angaben der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft Unión Eléctrica (UNE) kam es um Punkt 18:07 Uhr Ortszeit zu einem schweren Teilzusammenbruch des nationalen Verbundnetzes. Der folgenschwere Zwischenfall legte die gesamte westliche Region der sozialistischen Karibikinsel lahm und betraf fünf Provinzen in einer geschlossenen Linie von Matanzas bis Pinar del Río – einschließlich der Millionenmetropole Havanna.
Auslöser des Blackouts war nach offiziellen Regierungsangaben ein technischer Dominoeffekt im Hochspannungsnetz. Zwei zentrale 220-Kilovolt-Leitungen, die als Lebensadern zwischen den Kraftwerken in Matanzas, Cienfuegos und Santa Clara fungieren, fielen zeitgleich durch eine automatische Sicherheitsabschaltung (sogenanntes „Tripping“) aus. Die Folge war fatal: Das ohnehin chronisch instabile nationale Stromnetz spaltete sich augenblicklich in zwei isolierte Segmente. Während der Osten des Landes mühsam stabilisiert werden konnte, brach die Stromversorgung im dicht besiedelten Westen innerhalb von Sekunden komplett in sich zusammen. Für die rund zehn Millionen Einwohner Kubas ist der jüngste Netzkollaps kein Einzelfall, sondern die Fortsetzung eines zermürbenden Alltags. Die Energiekrise im Jahr 2026 hat Dimensionen erreicht, die das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben der Insel zeitweise vollständig lähmen. Erst in den Tagen unmittelbar vor dem aktuellen Kollaps hatte die UNE gemeldet, dass die Stromknappheit zeitweise bis zu 74 Prozent des gesamten Landes betraf. In vielen Regionen außerhalb der Hauptstadt gehören Stromabschaltungen von 12 bis 18 Stunden pro Tag längst zur bitteren Routine. Die Hitze des karibischen Sommers verschärft die Lage für die Bevölkerung unerträglich, da Ventilatoren und Klimaanlagen nicht arbeiten, Kühlschränke ausfallen und Lebensmittel verderben. Die Ursachen für das Desaster sind vielschichtig und stehen sinnbildlich für den strukturellen Zustand des Landes. Die thermischen Kraftwerke Kubas sind im Durchschnitt über 40 Jahre alt, technisch völlig veraltet und stark fehleranfällig. Mangels Devisen kann die Regierung dringend benötigte Ersatzteile für Wartungsarbeiten kaum noch auf dem Weltmarkt beschaffen. Verschlimmert wird die Situation durch einen akuten Mangel an fossilen Brennstoffen. Die traditionellen Partnerländer wie Venezuela haben ihre Öllieferungen drastisch reduziert, und die anhaltenden US-Sanktionen erschweren es Havanna massiv, Treibstoff auf alternativen Wegen zu importieren. Techniker und Ingenieure der UNE arbeiten seit der Samstagnacht unter Hochdruck an der Synchronisation des Netzes. Die Wiederherstellung erweist sich jedoch als hochgradig komplexer und riskanter Prozess: Das Hochfahren der veralteten Turbinen erfordert selbst eine stabile Energiezufuhr, was bei einem derart fragilen System einem Drahtseilakt gleicht. Autor: Leon Latozke
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