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11.08.2026 12:00Uhr
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Von Moskau bis Windhoek: Zum offiziellen 100. Geburtstag Fidel Castros bekunden Staats- und Parteivertreter weltweit Solidarität mit Kuba.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
In Havanna läuft seit Montag ( 10.) eine dreitägige internationale Konferenz zum 100. Geburtstag von Fidel Castro, an der laut kubanischen Angaben rund 1.500 Delegierte aus 63 Ländern teilnehmen. Die Tagung „Fidel: Vermächtnis und Zukunft" bildet den Auftakt zu den Feierlichkeiten, die am Donnerstag mit einem Festakt im Teatro Karl Marx in Havanna sowie einer Karawane zum Geburtsort Castros in Birán ihren Höhepunkt finden sollen.
Zur Eröffnung würdigte René González Barrios vom Centro de Estudios Fidel Castro den historischen Moment, ordnete ihn zugleich aber in aktuelle internationale Konflikte ein: Er sprach von einem Völkermord am palästinensischen Volk und einem von Israel und den USA geführten Krieg gegen den Iran, während gleichzeitig die Blockade gegen Kuba fortbestehe. Díaz-Canel: Von der Kolonialgeschichte zu den Folgen der Blockade
Staatspräsident und Parteichef Miguel Díaz-Canel bezeichnete die Anreise so vieler Delegierter angesichts der wirtschaftlichen Lage des Landes als Ausdruck von Mut und Solidarität. In seiner rund 45-minütigen Rede zeichnete er den Kontrast zwischen dem vorrevolutionären Kuba und der Gegenwart nach: Vor 1959 hätten 70 Prozent der Schüler auf dem Land keine Lehrkräfte gehabt, 95 Prozent der Kinder seien von Parasiten betroffen gewesen, und knapp die Hälfte des Landes habe sich in der Hand einer kleinen Elite und US-amerikanischer Unternehmen befunden. Heute verfüge Kuba mit 77,7 Jahren über eine der höchsten Lebenserwartungen Lateinamerikas und komme auf neun Ärzte pro 1.000 Einwohner.
Zugleich benannte Díaz-Canel die aktuellen Auswirkungen der US-Blockade: 98.500 notwendige Operationen könnten derzeit nicht durchgeführt werden, nur 30 Prozent der benötigten Medikamente seien verfügbar, und 34.000 Schwangeren fehle der Zugang zu notwendigen Vorsorgeuntersuchungen. Die laufenden Wirtschaftsreformen bezeichnete er ausdrücklich nicht als Rückkehr zum Kapitalismus – die Produktionsmittel blieben in der Hand des Volkes –, rief aber zu kritischem Nachdenken über den Sozialismus des 21. Jahrhunderts auf. Seine Rede endete mit dem Bekenntnis, man ergebe sich nicht und gehe nicht auf Knien, worauf der Saal mit Sprechchören reagierte. Grußbotschaften aus Moskau und Peking
Sowohl Russlands Präsident Wladimir Putin als auch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping richteten Botschaften an die kubanische Führung. Putins Grußwort wurde von einem Vertreter der Russischen Föderation überbracht; darin würdigte er Fidel Castro als Symbolfigur für Freiheit, Gerechtigkeit und Patriotismus und betonte dessen Beitrag zum Ausbau der Beziehungen zwischen Havanna und Moskau. In einer zweiten, an Díaz-Canel gerichteten Botschaft bekräftigte Putin die unveränderte Solidarität Russlands mit dem kubanischen Volk.
Xi Jinpings Grußwort wurde von Liu Haixing, dem für internationale Beziehungen zuständigen Funktionär im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas, überbracht. Er erinnerte an Castros lebenslanges Eintreten für nationale Souveränität und den Aufbau des Sozialismus und hob hervor, dass Kuba 1960 als erstes Land Lateinamerikas diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik aufgenommen habe. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien mittlerweile zu einem Referenzpunkt für die Zusammenarbeit sozialistischer und Länder des Globalen Südens geworden. Stimmen aus Afrika, Europa und Lateinamerika
Namibias Premierminister Tjitunga Elijah Ngurare erinnerte an die kubanischen Militärmissionen im südlichen Afrika seit 1975 gegen Kolonialismus und Apartheid und erklärte, ohne Kuba und Fidel lasse sich im südlichen Afrika nicht über Freiheit sprechen. Aus Europa überbrachte Walter Baier, Vorsitzender der Partei der Europäischen Linken, Grüße linker und progressiver Kräfte und bezeichnete die Blockade als ökonomischen Krieg und stillen Völkermord; er forderte, Kuba von der US-Liste angeblicher Terrorismus-Unterstützer zu streichen. José Luis Cantella von der spanischen Kommunistischen Partei ging auf jüngste Äußerungen von Donald Trump und Marco Rubio ein, die Kuba als Bedrohung für die USA darstellen, und erklärte, ein Angriff auf Kuba richte sich gegen alle.
Weitere Grußworte kamen von den Kommunistischen Parteien Portugals und Vietnams sowie von João Pedro Stédile von der brasilianischen Landlosenbewegung MST, der daran erinnerte, dass Castro früh vor den Folgen des Klimawandels gewarnt habe. Als einzige Rednerin sprach eine Vertreterin Südafrikas, die Kubas medizinischen Einsatz gegen die Ebola-Epidemie würdigte. Die Konferenz läuft noch bis Mittwoch mit einem umfangreichen Begleitprogramm zu Leben und Wirken Fidel Castros, bevor am Donnerstag der eigentliche 100. Geburtstag mit zentralen Feierlichkeiten in Havanna und Birán begangen wird. Umstrittenes Geburtsjahr
Während offizielle kubanische Stellen und die internationale Berichterstattung durchgängig den 13. August 1926 als Geburtsdatum Fidel Castros nennen, gilt dieses Datum unter Historikern nicht als unumstritten. Einige Castro-Biografen plädieren für 1927 als tatsächliches Geburtsjahr. Hintergrund ist eine 1941 neu ausgestellte Taufbescheinigung, auf der das Geburtsdatum offenbar um ein Jahr vordatiert wurde – damit der junge Fidel das Alterslimit für die Aufnahme in ein Jesuitenkolleg in Havanna erfüllte, für das er ursprünglich zu jung gewesen wäre.
Autor: Leon Latozke
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