Neues aus Kuba
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28.02.2026 08:20 Uhr
Vier Tote, tausende Schuss Munition und ein Gefecht auf offener See: Nach dem Zwischenfall vor Kubas Nordküste legt das Innenministerium neue Details vor. Präsentiert werden Sturmgewehre, Pistolen und militärische Ausrüstung. Havanna spricht von Terrorismus, Washington weist jede Beteiligung zurück.
Abbildung: Symbolbild Palast der Revolution, Zentralkomitee der KP Kubas, 2010, Havanna (Bildquelle: Marco Zanferrari, Comité Central PCC, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 2.0)
Nach dem tödlichen Zwischenfall in kubanischen Hoheitsgewässern hat das Innenministerium in Havanna weitere Einzelheiten veröffentlicht und erstmals die sichergestellten Waffen öffentlich präsentiert. Vier Männer kamen bei einem Schusswechsel mit Einheiten der Grenztruppen ums Leben, sechs weitere wurden festgenommen. Die Behörden sprechen von einer „Infiltration mit terroristischer Zielsetzung“.
Nach offiziellen Angaben starteten ursprünglich zwei Boote aus Florida mit insgesamt zehn kubanischstämmigen Personen. Eines der Fahrzeuge fiel jedoch aufgrund eines Motorschadens aus und wurde auf offener See aufgegeben. Mannschaft und Ausrüstung seien daraufhin vollständig auf das zweite Boot verlegt worden, das schließlich allein in kubanische Territorialgewässer eindrang. Dieses Schnellboot mit der Kennung FL7726SH sei durch die zusätzliche Last deutlich überladen gewesen. Gegen 7.10 Uhr habe die technische Überwachung der Grenztruppen das Boot erfasst. Ein Patrouillenboot näherte sich zur Identifizierung. Nach Darstellung des Chefs des Generalstabs der Grenztruppen, Ivey Daniel Carballo, sei es dabei zu einem Schusswechsel auf kurze Distanz gekommen. Vom Schnellboot aus sei zuerst mit großkalibrigen Waffen das Feuer eröffnet worden, woraufhin die kubanische Einheit reagierte. Drei Angreifer seien sofort getötet worden, ein vierter später an seinen Verletzungen gestorben. Auf kubanischer Seite wurde ein Grenzsoldat verletzt. Die Spurenlage deutet laut Behörden auf ein intensives Gefecht hin. Am Patrouillenboot wurden 13 Einschusslöcher gezählt, am Schnellboot 21. Die Ermittler sprechen von Kampfhandlungen in geringer Entfernung zur Küste. Im Zentrum der öffentlichen Darstellung steht das beschlagnahmte Material. Gezeigt wurden 14 Sturm- und Gefechtsgewehre, darunter eines mit Zielfernrohr, elf Pistolen sowie mehr als 12.800 Schuss Munition unterschiedlichen Kalibers. Ein großer Kühlbehälter war mit tausenden Patronen gefüllt. Hinzu kamen schwere Stiefel, Helme mit Kameras, Tarnrucksäcke und weiteres militärisches Zubehör. Für die Sicherheitsbehörden belegt diese Ausrüstung eine gezielte Vorbereitung. Nach Angaben der Staatssicherheit hätten die Festgenommenen Hinweise zur Beschaffung der Waffen, zu Finanzierung und Ausbildung geliefert. Zugleich betonen die Behörden, man habe unmittelbar nach dem Vorfall die US-Küstenwache informiert. Hinweise auf ein Unterstützernetzwerk innerhalb Kubas gebe es bislang nicht. Juristisch stehen die sechs Inhaftierten vor erheblichen Konsequenzen. Die Generalstaatsanwaltschaft prüft eine Anklage wegen Terrorismus. Im Falle einer Verurteilung drohen Haftstrafen von bis zu 30 Jahren oder lebenslange Freiheitsstrafe. Die Todesstrafe ist gesetzlich vorgesehen, wird jedoch seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch nicht vollstreckt. Die US-Regierung wies eine Beteiligung zurück. Außenminister Marco Rubio erklärte, es habe sich nicht um eine Operation der Vereinigten Staaten gehandelt; Washington sammele eigene Informationen. Der Vorfall dürfte die sicherheitspolitischen Spannungen zwischen beiden Staaten weiter verschärfen.
Quellen: EFE (https://t1p.de/qei4y), ABC/AP (https://t1p.de/dqyi3)
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