Neues aus Kuba
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Die kubanische Regierung wirft den USA vor, ihren massiven Militäreinsatz im Karibikraum mit gezielten Falschbehauptungen zu rechtfertigen. Außenminister Bruno Rodríguez beschuldigt US-Außenminister Marco Rubio, Bedrohungslagen zu überzeichnen, um das umstrittene Vorgehen gegen angebliche Drogentransporte zu legitimieren.
15.11.2025 06:57 Uhr
Abbildung: Marco Rubio am 21. September 2025 in Glendale, Arizona. Symbolbild von Gage Skidmore, Marco Rubio - 54819159402, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0
Kuba hat die jüngsten Aussagen des US-Außenministers Marco Rubio und den erweiterten Militäreinsatz der Vereinigten Staaten im Karibikraum mit ungewöhnlicher Deutlichkeit kritisiert. Außenminister Bruno Rodríguez warf Rubio vor, gegenüber den G7-Staaten falsche Behauptungen über angebliche Bedrohungen und Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel zu verbreiten. Ziel sei es, so die Darstellung Havannas, die wachsende militärische Präsenz der USA nahe Venezuela politisch zu rechtfertigen.
Rubio hatte bei einem Treffen der Außenminister des G7 betont, Washington habe das Recht, in „seinem hemisphärischen Verantwortungsbereich“ militärisch zu operieren. Europäische Staaten seien nicht in der Position, die Rechtmäßigkeit der US-Einsätze gegen mutmaßliche Drogentransporte im Karibikraum zu bewerten. Havanna widersprach dieser Darstellung umgehend. Rodríguez bezeichnete Rubios Aussagen als wiederholte Verzerrung der Faktenlage und sprach von einem „falschen Narrativ“, das den Einsatz schwerer US-Militäreinheiten legitimieren solle. „Der Außenminister der USA lügt, wie üblich, gegenüber seinen vermeintlichen G7-Verbündeten in Bezug auf den Drogenschmuggel und die angeblichen Bedrohungen seines Landes aus Venezuela“, schrieb der karibische Außenminister in seinen sozialen Medien. Rodríguez fügte hinzu, dass „die Täuschung sein einziges Mittel“ sei, um einen „disproportionalen, außergewöhnlichen Militäreinsatz, mobilisiert unter falschen Vorwänden“ zu rechtfertigen, mit dem „außergerichtliche Hinrichtungen in internationalen Gewässern“ begangen worden seien – in schwerer Verletzung des Völkerrechts. Im Mittelpunkt steht die vom Pentagon präsentierte Operation „Southern Spear“, deren konkrete Ziele bislang nur allgemein mit der Bekämpfung des Drogenhandels umschrieben werden. Seit August haben die USA ihre Präsenz im Karibikraum sowie im östlichen Pazifik deutlich ausgebaut. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 76.000 Pfund Drogen beschlagnahmt, zudem gab es mindestens 15 Angriffe auf Boote, bei denen über 60 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Der Einsatz umfasst unter anderem den Flugzeugträger USS Gerald R. Ford sowie mehrere Kriegsschiffe des Südkommandos. Kuba bewertet dieses Vorgehen als klaren Schritt zur militärischen Eskalation und warnt vor möglichen Angriffen gegen Ziele auf venezolanischem Territorium. Die Zerstörung mutmaßlicher Drogenboote in internationalen Gewässern sei völkerrechtlich nicht haltbar, heißt es aus Havanna. Die Regierung verweist darauf, dass die US-Administration das Vorgehen zunehmend mit Begriffen der Monroe-Doktrin begründe, die anderen Staaten eine politische Mitsprache abspricht und den Anspruch Washingtons auf regionale Vorherrschaft betont. Besonders kritisch sieht Kuba die mangelnde Transparenz der US-Strategie und die fehlenden internationalen Konsultationen. In Havanna befürchtet man, dass die militärische Präsenz im Karibikraum über den offiziellen Zweck hinaus genutzt werden könnte, um den Druck auf Venezuela weiter zu erhöhen. Die kubanische Regierung ruft daher zu einer internationalen Reaktion auf, um eine mögliche Ausweitung des Konflikts zu verhindern.
Quelle: X (https://t1p.de/cu5pb)
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