Neues aus Kuba
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16.05.2026 22:00 Uhr
Der kubanische Zivilschutz veröffentlicht einen neunseitigen Leitfaden zum Schutz bei militärischen Angriffen. Die Bevölkerung reagiert mit Spott und Kritik: Angesichts von Mangelwirtschaft und stundenlangen Stromausfällen sei die Empfehlung von Notvorräten ein Hohn.
Angesichts zunehmender Spannungen mit den Vereinigten Staaten hat der kubanische Zivilschutz ein bemerkenswertes Dokument veröffentlicht: einen neunseitigen „Leitfaden für Familien zum Schutz vor einem militärischen Angriff“. Das Handbuch, das auf offiziellen Portalen wie dem Bürgerportal der Stadt Havanna als PDF bereitsgestellt wurde, empfiehlt der Bevölkerung unter anderem, einen Notfallrucksack mit haltbaren Lebensmitteln und Medikamenten zu packen und sich bei Luftalarm unverzüglich in Sicherheit zu bringen. In der Einleitung heißt es pathetisch: „Mit demselben Eifer und derselben Disziplin, mit denen wir uns auf die Bewältigung von Katastrophen vorbereitet haben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Leben zu schützen, falls der Feind uns militärisch angreift.“ Die sozialistische Karibikinsel werde sich zwar entschlossen verteidigen, doch ein Großteil der Bevölkerung – Kinder und ältere Menschen eingeschlossen – würde voraussichtlich nicht an den Kämpfen teilnehmen und müsse daher geschützt werden.
Doch die Reaktionen auf die Veröffentlichung waren alles andere als erwartet. In den sozialen Netzwerken, insbesondere unter Facebook-Posts kubanischer Nachrichtenseiten wie „Venceremos“, machte sich bitterer Spott breit. „Ach wirklich, und woher sollen wir denn die Sachen für den Rucksack nehmen, wenn man derzeit nicht im Krieg ist und bereits jetzt absolut nichts hat?“, fragte eine Frau sarkastisch. „Unverderbliche Lebensmittel! Ist das ein Witz?“, kommentierte ein anderer Nutzer. Der Hohn spiegelt die alltägliche Realität wider: Kuba steckt in einer verheerenden Wirtschafts- und Energiekrise, die sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschärft hat. In der Hauptstadt Havanna gibt es teilweise bis zu 22 Stunden täglich keinen Strom, wodurch die wenigen verfügbaren Lebensmittel in den Kühlschränken verderben. Viele Kubaner haben Mühe, überhaupt an Grundnahrungsmittel zu gelangen. Die kubanische Regierung macht für die Missstände das seit über 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie ein von der Regierung Donald Trumps verhängtes Ölembargo verantwortlich. Während die Führung in Havanna das Kriegshandbuch als notwendige Vorsichtsmaßnahme präsentiert, wirkt es auf die strapazierte Bevölkerung wie ein Hohn auf ihre täglichen Entbehrungen. Einige Regierungsstellen sollen das Dokument nach der Veröffentlichung bereits wieder zurückgezogen haben, wie das Nachrichtenportal „14yMedio“ berichtete – ein weiteres Zeichen für die Verunsicherung in Zeiten der Krise. Autor: Leon Latozke
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