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Kuba verschärft seine Kritik am militärischen Vorgehen der USA in der Karibik. Außenminister Bruno Rodríguez wirft Washington vor, durch ein umfangreiches Marine- und Luftwaffenaufgebot den venezolanischen Luftraum elektronisch zu stören und damit eine gefährliche Eskalation zu provozieren.
30.11.2025 08:40 Uhr
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Die kubanische Regierung hat ihre Kritik am militärischen Vorgehen der USA im Karibikraum erneut verschärft. Außenminister Bruno Rodríguez warf Washington vor, durch ein umfangreiches Marine- und Luftwaffenaufgebot „anhaltende elektromagnetische Interferenzen“ im Luftraum Venezuelas zu verursachen. In einer Stellungnahme über soziale Netzwerke sprach Rodríguez von einer Eskalation, die Teil einer breiteren „militärischen Aggression und psychologischen Kriegsführung“ gegen das südamerikanische Land sei. Ziel dieser Maßnahmen sei es, den „legitimen“ venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu stürzen.
Die USA begründen ihren Einsatz seit September mit der Bekämpfung des regionalen Drogenhandels. Das Pentagon hält in den Gewässern nahe Venezuela eine verstärkte Präsenz aufrecht und verweist auf mutmaßliche Verbindungen Maduros zum sogenannten Cartel de los Soles, das nach US-Darstellung in den internationalen Drogenhandel eingebunden sein soll. Havanna weist diese Argumentation seit Beginn der Operation zurück und bezeichnet sie als politischen Vorwand, der weder rechtlich noch moralisch haltbar sei. Kuba zählt zu den engsten Verbündeten Venezuelas und reagiert traditionell empfindlich auf jede Form externer Militärpräsenz in der Region. Zusätzliche Brisanz erhielt die Lage durch eine aktuelle Warnung von US-Präsident Donald Trump. Über seine eigene Plattform rief er Fluggesellschaften und Piloten dazu auf, zu berücksichtigen, dass der venezolanische Luftraum „vollständig geschlossen“ bleibe. Damit folgt Trump einer Linie, die bereits die US-Luftfahrtbehörde FAA vorgegeben hatte. Diese hatte am 21. November alle amerikanischen Flugzeugführer aufgefordert, beim Überfliegen Venezuelas und des südlichen Karibikraums „äußerste Vorsicht“ walten zu lassen. Die Behörde sprach von einer potenziell gefährlichen Sicherheitslage, ohne jedoch konkrete Vorfälle zu benennen. Für die karibische Region bedeutet die Zuspitzung eine weitere Verschlechterung der ohnehin angespannten geopolitischen Lage. Während Washington sein Vorgehen als notwendige Maßnahme gegen transnationale Kriminalität präsentiert, sieht Havanna darin eine gezielte Provokation, die die Stabilität in „Nuestra América“ gefährde. Beobachter erwarten, dass Kuba in den kommenden Wochen verstärkt diplomatisch intervenieren wird, um internationale Unterstützung gegen eine mögliche militärische Konfrontation zu mobilisieren.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/ot88y)
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