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Kuba weist Berichte über angebliche Verhandlungen mit den USA zurück und widerspricht damit Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Havanna bestätigt zwar einen Austausch von "Nachrichten" mit Washington, betont jedoch, dass kein strukturierter Dialog begonnen habe.
04.02.2026 06:30 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die kubanische Regierung hat Berichte über angebliche Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten entschieden zurückgewiesen. Nach Angaben des stellvertretenden Außenministers Carlos Fernández de Cossío existieren derzeit weder formelle Gespräche noch konkrete Vorbereitungen für eine bilaterale Verhandlungsrunde zwischen Havanna und Washington. Diese Stellungnahme widerspricht öffentlichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der wiederholt von laufenden Gesprächen, teilweise sogar auf hoher Ebene, gesprochen hatte.
Fernández de Cossío bestätigte in einem Interview mit der spanischen Nachrichtenagentur EFE am Dienstag (3.) lediglich, dass es seit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar einen Austausch von Botschaften zwischen beiden Ländern gegeben habe. „Wir haben Nachrichten ausgetauscht und die Regierung der Vereinigten Staaten kennt sehr gut, welche Position Kuba hinsichtlich der Bereitschaft zu einem Dialog einnimmt, und sie hat das nicht abgelehnt“, sagte De Cossío. Dies dürfe jedoch nicht als Beginn eines strukturierten Dialogs interpretiert werden. Die Vereinigten Staaten seien über die grundsätzliche Bereitschaft Kubas zu Gesprächen informiert, hätten dieses Angebot bislang jedoch nicht offiziell angenommen oder abgelehnt. Zugleich bestritt der Diplomat, dass indirekte Kontakte über Drittstaaten oder Vermittler wie Mexiko oder den Vatikan stattfinden. Die kubanische Führung betont, dass ein möglicher Dialog nur unter klar definierten Bedingungen stattfinden könne. Fernández de Cossío unterstrich, Voraussetzung sei ein ernsthafter, konstruktiver und verantwortungsvoller Austausch, der die souveräne Gleichheit beider Staaten respektiere. Zugleich zog er deutliche rote Linien hinsichtlich möglicher Verhandlungsinhalte. Politische und wirtschaftliche Reformen innerhalb Kubas seien ebenso wenig Bestandteil eines potenziellen Dialogs wie Fragen zur Freilassung von Gefangenen auf der Insel. Nach Darstellung des Vizeministers wären solche Themen eine unzulässige Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes. Er zog dabei einen Vergleich mit den Vereinigten Staaten und erklärte, Kuba würde sich ebenfalls nicht anmaßen, über die US-Verfassung oder innenpolitische Maßnahmen wie Migrationsrazzien in amerikanischen Städten zu diskutieren. Auch eine Verknüpfung der Gefangenenfrage mit den Spannungen im Energiesektor, insbesondere mit dem von Havanna beklagten „Öl-Belagerungsszenario“, wies er kategorisch zurück. Parallel zu den diplomatischen Spannungen deutete Fernández de Cossío an, dass sich Kuba auf eine schwierige wirtschaftliche Phase einstellen müsse. Aufgrund begrenzter Handlungsspielräume arbeite die Regierung an einem Notfallplan, der in den kommenden Tagen der Bevölkerung vorgestellt werden solle. Dieser werde eine umfassende Reorganisation staatlicher Abläufe und wirtschaftlicher Strukturen umfassen. Der Diplomat räumte ein, dass die Umsetzung erhebliche Anstrengungen erfordern werde und sowohl für die Regierung als auch für die Bevölkerung mit großen Belastungen verbunden sein dürfte. Die Äußerungen spiegeln die weiterhin angespannte Beziehung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten wider. Trotz gelegentlicher Signale zur Gesprächsbereitschaft bleiben grundlegende Differenzen bestehen. Während Havanna auf Dialog unter Wahrung der staatlichen Souveränität setzt und interne Reformfragen strikt ausklammert, lassen widersprüchliche Aussagen aus Washington auf unterschiedliche Interpretationen über den Stand der Beziehungen schließen. Mit der Ankündigung eines internen Umstrukturierungsprozesses signalisiert die kubanische Führung zugleich, dass sie sich auf anhaltende äußere Drucksituationen vorbereitet. Welche konkreten Maßnahmen dieser Notfallplan enthalten wird, ist bislang offen. Fest steht jedoch, dass die Regierung die Bevölkerung auf eine Phase erhöhter wirtschaftlicher und organisatorischer Herausforderungen einstimmt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/l7xam)
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Text: Leon Latozke
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