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Kubas Regierung wirft den USA vor, gezielt die kubanische Revolution und die Regierung Venezuelas destabilisieren zu wollen. Hintergrund ist die Blockade venezolanischer Tanker im Karibischen Meer, die Havanna dringend benötigtes Öl liefern sollten. Die Versorgungslücke verschärft Energieengpässe, führt zu Stromausfällen und beeinträchtigt Industrie und Alltag.
29.12.2025 23:00 Uhr
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Havanna reagiert erneut scharf auf die US-Politik im Karibikraum. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez kritisierte am Montag in sozialen Medien das Vorgehen Washingtons als direkten Versuch, die kubanische Revolution zu zerstören und die Regierung Venezuelas zu stürzen. Die kubanische Regierung sieht in der US-amerikanischen Blockade der sogenannten „Geisterflotte“ venezolanischer Tanker im Karibischen Meer einen klaren Ausdruck dieser Strategie.
Rodríguez betonte, dass die Maßnahmen Washingtons nicht nur politisch motiviert seien, sondern auch ökonomische Konsequenzen für Kuba hätten: Die Einschränkungen beim Handel mit venezolanischem Öl beeinträchtigten das nationale Energiesystem und führten zu massiven Einschränkungen im Alltag der Bevölkerung. US-Militäraktionen in der Region wertet Havanna zudem als Versuch, strategisch wichtige Ressourcen der Karibik gewaltsam zu kontrollieren. Der aktuelle Konflikt ist eng mit dem seit 2000 bestehenden Energieabkommen zwischen Kuba und Venezuela verknüpft. Caracas liefert Kuba Öl im Tausch gegen professionelle Dienste, insbesondere von Medizinern, Lehrern und Sicherheitsexperten. Schätzungen unabhängiger Fachleute zufolge benötigt Kuba derzeit zwischen 110.000 und 120.000 Barrel Öl täglich, von denen lediglich etwa 40.000 Barrel aus eigener Produktion stammen. Venezuela, einst Hauptrieferant mit 100.000 Barrel täglich, lieferte 2025 im Durchschnitt nur rund 27.000 Barrel. Die Versorgungslücke von bis zu 50.000 Barrel täglich hat bereits gravierende Folgen: Stromausfälle von bis zu 20 Stunden, stillstehende Industrien und lange Schlangen an Tankstellen prägen das öffentliche Leben. Unterstützung durch andere Partner fällt bisher unzureichend aus: Russland lieferte 2025 nur rund 6.000 Barrel täglich, während Mexiko seine Exporte von 23.000 auf lediglich 2.500 Barrel reduzierte. Vor dem Hintergrund dieser Energieknappheit erscheinen die Vorwürfe Kubas gegen die USA nicht nur als politische Rhetorik, sondern als Reaktion auf eine konkrete Belastung des Energiesektors, die die wirtschaftliche Stabilität der Insel direkt betrifft. Das Land steht damit vor der Herausforderung, seine Versorgungslücken zu schließen, während Washingtons Sanktionen weiterhin Druck ausüben.
Quelle: EFE (https://t1p.de/ozv3j)
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