Neues aus Kuba
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Während Washington den Druck auf Nicolás Maduro massiv erhöht, warnte Havanna offiziell vor einem gewaltsamen Umsturz – sondiert aber offenbar dennoch Szenarien für eine Zukunft ohne den venezolanischen Präsidenten.
08.12.2025 09:00 Uhr
Die anhaltende Druckkampagne der USA gegen die venezolanische Regierung unter Nicolás Maduro hat offenbar Bewegung in Havanna ausgelöst. Nach übereinstimmenden Berichten zweier mit dem Vorgang vertrauter Quellen haben sich „Elemente innerhalb des kubanischen Regimes“ jüngst an Vertreter der US-Regierung gewandt. Dabei soll es um Szenarien für eine politische Zukunft Venezuelas ohne Maduro gehen – ein bemerkenswerter Schritt, da Kuba seit Jahren zu den engsten Verbündeten des venezolanischen Präsidenten zählt.
Wer genau in Havanna den Kontakt aufgenommen hat, blieb offen. Dass es solche Gespräche gibt, bestätigen jedoch mehrere Insider. Die Kontakte deuten darauf hin, dass die massiven politischen und militärischen Signale aus Washington Wirkung zeigen. Die US-Regierung hatte ihren Druck in den vergangenen Monaten deutlich erhöht – darunter gezielte Aktionen gegen mutmaßliche Drogenschmuggelnetzwerke, die Einstufung des sogenannten Cartel de los Soles als ausländische Terrororganisation sowie Drohungen mit militärischen Maßnahmen. Vor wenigen Tagen entsandte Washington zudem den Flugzeugträgerverband um die „Gerald Ford“ samt Begleitschiffen, U-Boot und F-35-Kampfjets in die Region. Ein Schritt, den Havanna scharf verurteilte. In einer offiziellen Stellungnahme vom 25. November sprach Außenminister Bruno Rodríguez von einer „aggressiven und übertriebenen Bedrohung“ und warnte vor den „extrem gefährlichen“ Konsequenzen eines erzwungenen Umsturzes in Caracas. Ein solches Vorgehen verletze internationales Recht und die Charta der Vereinten Nationen, hieß es. Gleichzeitig mehren sich Hinweise, dass Maduro selbst über mögliche Ausstiegsoptionen nachdenkt. Wie bereits zuvor bekannt wurde, soll er in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump Bereitschaft signalisiert haben, Venezuela zu verlassen – unter der Bedingung umfassender rechtlicher Immunität für sich und seine Familie sowie der Aufhebung der gegen ihn verhängten Sanktionen. Auch ein laufendes Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof solle demnach eingestellt werden. Die Berichte über interne kubanische Überlegungen zu einem Venezuela ohne Maduro werfen Fragen nach der strategischen Neupositionierung Havannas auf. Kuba ist seit Jahrzehnten eng mit der Regierung in Caracas verbunden, insbesondere seit der Ära Hugo Chávez. Venezuela versorgte die Insel über Jahre mit subventioniertem Öl und erhielt im Gegenzug medizinisches und sicherheitspolitisches Personal aus Kuba. Ein möglicher Machtwechsel in Venezuela würde daher auch Kuba wirtschaftlich und geopolitisch treffen. Zugleich steht die kubanische Führung selbst unter erheblichen innenpolitischen und ökonomischen Druck: anhaltende Energiekrisen, wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung und die Abhängigkeit von externen Partnern könnten die Bereitschaft erhöhen, internationale Optionen auszuloten. Offizielle Stellungnahmen aus Havanna zu den nun bekannt gewordenen Kontakten gibt es bislang nicht. Für die Region insgesamt verschärft sich damit das geopolitische Ringen um Venezuelas Zukunft. Ob die Gespräche zwischen Teilen des kubanischen Machtapparats und den USA lediglich ein vorsichtiges Sondieren oder Ausdruck einer realen strategischen Neuorientierung sind, bleibt offen – doch allein ihr Bekanntwerden markiert eine bemerkenswerte Verschiebung im politischen Gefüge Lateinamerikas.
Quelle: REUTERS (https://t1p.de/oqhoa)
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