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Mindestens 32 kubanische Militärangehörige sind nach Angaben der Regierung in Havanna bei der US-Operation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ums Leben gekommen. Erstmals bestätigt Kuba damit offiziell den Einsatz eigener Sicherheitskräfte im unmittelbaren Umfeld Maduros.
05.01.2026 06:30 Uhr
Abbildung: Kubanische und Venozolanische Flagge über Caracas. Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die spektakuläre Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte hat auch für Kuba schwerwiegende und unmittelbare Folgen. Nach offiziellen Angaben aus Havanna kamen bei der Operation mindestens 32 kubanische Militärangehörige ums Leben, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Rahmen einer Mission in Venezuela aufgehalten hatten. US-Präsident Donald Trump bestätigte ebenfalls, dass „viele Kubaner“ unter den Getöteten seien. Damit wird erstmals offen, in welchem Umfang Kuba sicherheitspolitisch in Venezuela engagiert war.
Trump erklärte am Wochenende, bei dem nächtlichen Einsatz zur Festnahme Maduros habe es auf Seiten der venezolanischen Sicherheitskräfte hohe Verluste gegeben. Unter den Toten seien zahlreiche kubanische Kräfte gewesen, die den venezolanischen Präsidenten geschützt hätten. Die Operation sei von Einheiten der US-Spezialkräfte durchgeführt worden. Konkrete Opferzahlen nannte Trump nicht. Nach Angaben venezolanischer Quellen sollen insgesamt rund 80 Menschen getötet worden sein; zudem wurden mehrere verletzte US-Soldaten gemeldet. Havanna reagierte mit scharfer Rhetorik und nationaler Trauer. Díaz-Canel würdigte die Getöteten als „heldenhafte Kämpfer“, die auf Bitten einer „Schwesternation“ gehandelt hätten. Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, die Betroffenen hätten auf Ersuchen venezolanischer Stellen Aufgaben in Caracas wahrgenommen. Das kubanische Innenministerium bestätigte, dass Angehörige der Revolutionären Streitkräfte sowie Geheimdienstmitarbeiter unter den Toten seien. Weitere Details zu Art und Umfang der Mission nannte man nicht. Für zwei Tage ordnete die Regierung Staatstrauer an, öffentliche Veranstaltungen wurden weitgehend abgesagt. Mit der offiziellen Bestätigung aus Havanna erhält eine seit Jahren diskutierte Annahme neue Substanz: Beobachter hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass zentrale Teile von Maduros persönlichem Sicherheitsapparat von kubanischem Personal gestellt würden. Sowohl Venezuela als auch Kuba hatten dies bislang weder bestätigt noch dementiert. Mit den nun bestätigten Todesfällen erhält diese Annahme erstmals eine offizielle Grundlage. In Venezuela selbst löste die Operation heftige politische Reaktionen aus. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López sprach von gezielten Tötungen von Mitgliedern des Präsidentenschutzes. Außenminister Yván Gil warf den USA vor, gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen zu haben. Man habe Angriffe durchgeführt, bei denen auch Personen ums Leben gekommen seien, die nicht an Kampfhandlungen beteiligt gewesen seien. Unabhängige Untersuchungen zu den Vorwürfen gibt es bislang nicht. Für Kuba ist der Vorfall sowohl innen- als auch außenpolitisch brisant. Der Tod kubanischer Soldaten verschärft die ohnehin angespannte Beziehung zu den Vereinigten Staaten. Trump hatte zuletzt mehrfach den kubanischen Einfluss in Venezuela kritisiert und erklärt, die Insel stehe wirtschaftlich „am Abgrund“, sollte die Unterstützung aus Caracas – insbesondere in Form von Erdöllieferungen – wegfallen. Tatsächlich ist das Bündnis mit Venezuela für Kuba von zentraler Bedeutung. Der Inselstaat leidet unter chronischem Energiemangel und einer tiefen Wirtschaftskrise. Ein Machtwechsel in Caracas oder eine nachhaltige Schwächung des chavistischen Lagers könnte die Lage in Havanna weiter destabilisieren. Zugleich zeigt der aktuelle Vorfall, wie eng Kuba sicherheitspolitisch mit Venezuela verflochten ist – und welches Risiko diese Bindung inzwischen birgt. Mit der Festnahme Maduros und den bestätigten Verlusten unter kubanischen Sicherheitskräften ist eine bislang weitgehend verdeckte Dimension der kubanisch-venezolanischen Zusammenarbeit offen zutage getreten. Die politischen und strategischen Folgen für Kuba dürften noch lange nachwirken.
Quelle: EFE (https://t1p.de/zct49)
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Text: Leon Latozke
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