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14.08.2026 23:00 Uhr
US-Verteidigungsminister Hegseth hält eine Militäraktion gegen Kuba weiter für möglich. Im Umgang mit Kuba lägen alle Optionen auf dem Tisch, militärische eingeschlossen.
Abbildung: Symbolbild Secretary of Defense Pete Hegseth April 2026, von SECWAR, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC0 1.0
Der US-amerikanische „Kriegsminister“ Pete Hegseth hat in Panama erklärt, dass die US-Regierung im Umgang mit Kuba alle Optionen offenhalte, einschließlich militärischer. Er äußerte sich auf die Frage eines Reporters, ob es angesichts der Aussage von Präsident Donald Trump, Kuba sei „als Nächstes dran", eine militärische Rolle für das Ministerium gebe.
Hegseth bestätigte nicht, dass eine Entscheidung über ein Eingreifen gefallen sei. Kuba täte gut daran, der Bereitschaft Trumps Beachtung zu schenken, amerikanische strategische Interessen durchzusetzen, sagte er. Die Insel sei „gewiss kein Gegner" für die Vereinigten Staaten. Die Äußerungen fielen am Dionnerstag (13.) während eines Aufenthalts in Panama, wo Hegseth an einem Treffen der von Washington initiierten Anti-Kartell-Koalition der Amerikas teilnahm und das dortige Trainingszentrum für Dschungeloperationen besuchte. Der Koalition, die dem Austausch von Aufklärungserkenntnissen und der Koordinierung von Einsätzen gegen als terroristisch eingestufte Drogenorganisationen dient, war zuvor Kolumbien als 19. Mitglied beigetreten.
Bei einer zweiten Pressebegegnung an Bord des in Panama-Stadt liegenden Zerstörers USS Gridley formulierte Hegseth die Forderung nach Verhaltensänderungen deutlicher. Man wolle mehr Kooperation von Kuba, „ob es ihnen gefällt oder nicht", sagte er. Er warf der kubanischen Regierung vor, über Jahre zugelassen zu haben, dass ausländische Staaten und von ihm als bösartig bezeichnete Akteure die Insel nutzten, um die USA auszuspähen.
Kuba sei gewarnt, sagte Hegseth mit Blick auf die Position Washingtons; man werde derartigen Einfluss in der westlichen Hemisphäre nicht dulden. Unmittelbar zuvor hatte er angekündigt, in den kommenden Wochen werde es „sehr wichtige" Entwicklungen geben. Er stellte keinen ausdrücklichen Bezug zwischen dieser Ankündigung und Kuba her und nannte keine konkreten Maßnahmen. Der Spionagevorwurf steht im Zusammenhang mit Berichten aus dem Frühjahr. Im Mai meldete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf als geheim eingestufte US-Erkenntnisse, Kuba habe seit 2023 mehr als 300 Angriffsdrohnen aus Russland und Iran bezogen. Die kubanische Regierung wies die Darstellung zurück und bezeichnete sie als Vorwand für militärisches Handeln. Im selben Zeitraum nahmen nach Berichten der New York Times und von CNN die amerikanischen Aufklärungsflüge in der Umgebung der Insel zu. Hegseth nannte Kuba im Zusammenhang mit Russland, China und Iran. Diese Staaten hätten über Jahre die Abwesenheit oder Schwäche der USA genutzt, um ihren Einfluss auszuweiten. Diese Situation ändere sich derzeit, argumentierte er; lateinamerikanische Regierungen näherten sich Washington an, weil sie erkennten, wo das Kräfteverhältnis liege. Das gelte auch für Kuba. Es stünden dort „viele Optionen" zur Verfügung. Warnungen dieser Art hatte Hegseth bereits zuvor ausgesprochen. Bei einem Besuch des Stützpunkts Guantánamo im Juni erklärte er, es wäre unklug, wenn Havanna Waffen erwerbe, die die Basis oder amerikanisches Territorium erreichen könnten; damit lade das Land eine Konfrontation ein, die es nicht aushalten könne. Kubas Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, Ernesto Soberón, erwiderte, die Zukunft der Insel liege ausschließlich beim kubanischen Volk. Trump äußerte im Juli, in Kuba würden „vielleicht in den nächsten zwei Monaten" viele Dinge geschehen; ein militärisches Vorgehen wäre nicht schwierig. Er grenzte den Fall zugleich von Venezuela ab und verwies auf die dortigen Ölvorkommen. Neben der militärischen Rhetorik bestehen Gesprächskanäle zwischen beiden Regierungen. Miguel Díaz-Canel bestätigte am 13. März erstmals öffentlich Kontakte mit US-Vertretern und beschrieb diese als erste Phase, in der die zentralen Probleme der bilateralen Beziehungen identifiziert werden sollten. Im selben Monat kündigte Havanna die Freilassung von 51 politischen Gefangenen an; Anfang April folgten mehr als 2.000 weitere Entlassungen. Im Mai bot US-Außenminister Marco Rubio humanitäre Hilfe im Umfang von 100 Millionen US-Dollar an, verbunden mit dem Vorwurf, die kubanische Regierung verhindere deren Verteilung. Hegseth hatte Wochen zuvor eingeräumt, dass im Ministerium militärische Optionen zur Vorlage an den Präsidenten ausgearbeitet würden, zugleich aber erklärt, Washington strebe langfristig ein kooperatives Verhältnis an, sofern Havanna grundlegende Änderungen vornehme. Die Äußerungen fallen in eine Phase anhaltender Versorgungskrise. Nach dem US-Eingreifen in Venezuela und dem Sturz von Nicolás Maduro entfielen Kubas wichtigste Öllieferungen. Ende Januar unterzeichnete Trump eine Verfügung, die Zölle gegen Staaten vorsieht, die Kuba direkt oder indirekt mit Öl beliefern. Seit Februar werden Tanker abgefangen; die New York Times bezeichnete das Vorgehen als erste wirksame Blockade der Insel seit 1962. Das kubanische Energieministerium erklärte am 14. Mai, Diesel und Schweröl seien aufgebraucht. In Teilen des Landes fällt der Strom nach Angaben unabhängiger Medien bis zu 25 Stunden täglich aus. Die UN-Wirtschaftskommission CEPAL erwartet für 2026 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,5 Prozent. Das UN-Menschenrechtsbüro berichtete im Juni von einer auf 9,9 je 1.000 Geburten gestiegenen Säuglingssterblichkeit, von auf 65 Prozent gesunkenen Überlebensraten bei Krebserkrankungen von Kindern und von einem Rückgang der Nahrungsmittelproduktion um 60 Prozent. UN-Sonderberichterstatter stuften die Blockadeverfügung als Verstoß gegen das Völkerrecht ein. Eine Entscheidung über ein militärisches Vorgehen gegen Kuba hat die US-Regierung bislang nicht bekanntgegeben. Hegseths Formulierung, alle Optionen lägen auf dem Tisch, schließt eine solche Möglichkeit jedoch ausdrücklich nicht aus. Autor: Leon Latozke
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