Neues aus Kuba
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Trotz eines deutlichen Anstiegs der venezolanischen Ölexporte gingen die Lieferungen nach Kuba drastisch zurück. Mit nur noch 8.000 Barrel pro Tag erreichten sie ein historisches Tief. Während China zunehmend zum Hauptabnehmer wird, bleibt Kuba weitgehend außen vor.
Während Venezuela seine Rohölexporte deutlich steigert, schrumpfen die Liefermengen an Kuba auf ein historisches Minimum. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurden im Juni lediglich rund 8.000 Barrel pro Tag (bpd) an die Karibikinsel geliefert – ein Bruchteil früherer Mengen. Die Verschiebung venezolanischer Exportströme zugunsten Chinas lässt Kuba als langjährigen politischen Partner zunehmend außen vor.
Der Rückgang markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer Entwicklung, die bereits zu Jahresbeginn sichtbar wurde. Im Januar hatte Reuters von einem „historischen Rückgang“ der Lieferungen berichtet – auf damals etwa 10.000 bpd. Ende 2024 lagen die kubanischen Importe aus Venezuela noch bei rund 24.000 bpd, 2023 sogar bei durchschnittlich 56.000 bpd. Die Auswirkungen für Kuba sind gravierend. Die wirtschaftlich angeschlagene Insel ist in hohem Maße auf die Einfuhren venezolanischen Erdöls angewiesen – insbesondere zur Stromerzeugung und für den öffentlichen Verkehr- und verstärkt die anhaltende Energiekrise. Gleichzeitig erlebt Venezuela ein Wiedererstarken seiner Exporte. Im Juni verschiffte das südamerikanische Land laut Reuters durchschnittlich 844.000 Barrel Rohöl und Kraftstoffe pro Tag, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Mai. Hinzu kamen 233.000 Tonnen petrochemischer Nebenprodukte. Etwa 90 Prozent der Rohöllieferungen gingen dabei nach China – entweder direkt oder über Umschlagplätze in Asien. Auslöser dieser Umorientierung ist der außenpolitische Kurswechsel der USA. Ende Mai hatte Washington mehrere Sonderlizenzen widerrufen, die es internationalen Ölkonzernen wie Chevron und Repsol erlaubt hatten, venezolanisches Öl für westliche Märkte zu beziehen. Caracas reagierte prompt mit einer Ausweitung seiner Lieferungen nach Asien. Die staatliche Ölgesellschaft PDVSA setzt dabei verstärkt auf Zwischenhändler, die Rohöl – darunter das schwer verarbeitbare Boscán-Öl – an unabhängige Raffinerien in China verkaufen. Kuba hingegen gerät zunehmend ins Abseits. Das frühere Subventionsmodell, mit dem Caracas der befreundeten Regierung in Havanna Öl zu Vorzugskonditionen überließ, scheint aus finanziellen und politischen Gründen nicht mehr haltbar. Venezuela benötigt Devisen, China ist bereit zu zahlen – Kuba offenbar nicht.
Quelle: Reuters (https://t1p.de/908i8)
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Text: Leon Latozke
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