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Kuba erlebt einen meteorologischen Ausnahmefall: Erstmals wurde eine Temperatur von 0 Grad Celsius gemessen. Der landesweite Kälteeinbruch ließ die Werte vielerorts unter 10 Grad fallen. Ursache ist eine ungewöhnlich kalte Luftmasse arktischen Ursprungs.
03.02.2026 19:15 Uhr
Abbildung: Frostiger Morgen in Kuba. Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Kuba hat einen bislang beispiellosen meteorologischen Tiefstwert verzeichnet. In den frühen Morgenstunden des 3. Februar wurden in der Ortschaft Indio Hatuey in der westkubanischen Provinz Matanzas exakt 0 Grad Celsius gemessen. Nach Angaben des Instituts für Meteorologie (Insmet) handelt es sich um die niedrigste jemals auf der Insel registrierte Temperatur. Der bisherige nationale Rekord lag bei 0,6 Grad Celsius und stammte vom Februar 1996 aus Bainoa, ebenfalls im Westen des Landes.
Bereits am Vortag hatte Indio Hatuey mit 1,4 Grad Celsius die niedrigste Temperatur seit rund 30 Jahren gemeldet. Der aktuelle Wert markiert damit nicht nur einen regionalen, sondern einen landesweiten Extremfall. Auslöser ist ein ausgeprägter Kälteeinbruch, der Kuba in den vergangenen Tagen erfasst hat. Nach Angaben des Insmet sanken die Temperaturen auf der gesamten Insel um 11 bis 14 Grad Celsius. In 28 meteorologischen Stationen wurden Werte unterhalb von 10 Grad gemessen, was für kubanische Verhältnisse außergewöhnlich ist. Als Ursache nennen die Meteorologen ein wanderndes Hochdrucksystem, das mit einer sehr kalten und trockenen Luftmasse arktischen Ursprungs verbunden ist. Schwache Winde und geringe Bewölkung begünstigten insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden eine starke Abkühlung. Die niedrigsten Temperaturen wurden im Westen und im Zentrum des Landes registriert, doch auch im sonst wärmeren Osten kam es zu ungewöhnlich tiefen Werten, etwa in Jucarito und Holguín. Neben Indio Hatuey meldeten unter anderem Jagüey Grande 3,4 Grad, Aguada de Pasajeros 4,4 Grad und Playa Girón 5 Grad Celsius. Hinzu kam eine deutlich niedrigere gefühlte Temperatur, da Windgeschwindigkeit und Lufttemperatur zusammenwirkten. Dies führte zu Einschränkungen bei Arbeiten im Freien und wirkte sich auf Verkehr und Alltag aus. Begleitet wurde der Kälteeinbruch von starken Winden und teils rauer See. Vor allem an der Nordküste Westkubas kam es zu Überflutungen in niedrig gelegenen und schlecht entwässerten Gebieten Havannas. Nach Einschätzung des Insmet wird sich die Wetterlage zunächst fortsetzen: Für den 6. Februar ist das Eintreffen einer weiteren Kaltfront angekündigt. Die Wintersaison 2025/2026 verzeichnet damit bereits eine überdurchschnittliche Zahl an Kaltfronten. Neben den unmittelbaren Auswirkungen auf Bevölkerung und Infrastruktur könnten auch landwirtschaftliche Kulturen betroffen sein, die auf ungewöhnlich niedrige Temperaturen empfindlich reagieren. Kuba erlebt damit eine Wetterphase, die selbst im langfristigen Klimakontext der Insel als Ausnahme gilt.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/bf8qk)
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Text: Leon Latozke
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