Neues aus Kuba
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Ein Öltanker läuft in Matanzas ein, während Kuba unter akuter Treibstoffknappheit leidet. Die Lieferung erfolgt im Kontext verschärfter US-Maßnahmen gegen Ölexporte an die Insel. Ob die Lieferung die Versorgung stabilisiert, bleibt offen.
17.02.2026 08:00 Uhr
Inmitten der verschärften Energieblockade der Vereinigten Staaten ist am Montag (16.) ein Öltanker in die Bucht von Matanzas im Westen Kubas eingelaufen. Das Schiff machte in der Nähe des zentralen Energie-Logistikkomplexes der Stadt fest. Die Ankunft erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Insel unter erheblichen Versorgungsengpässen leidet.
Bei dem Tanker handelt es sich um die Nicos I.V., ein 183 Meter langes Schiff unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen. Es verfügt über eine Kapazität von mehr als 300.000 Barrel und soll derzeit nur teilweise beladen sein. Angaben zu Art und Umfang der Ladung wurden nicht bekannt. Sollte das Schiff aus einem ausländischen Hafen gekommen sein, wäre es der erste Tanker seit dem 9. Januar, der Kuba erreicht. Damals hatte die Ocean Mariner rund 85.000 Barrel aus Mexiko geliefert. Schiffsverfolgungsdaten weisen die Nicos I.V. in den vergangenen Wochen nicht in einem kubanischen Hafen aus. Es bleibt jedoch möglich, dass sich das Schiff in kubanischen Gewässern aufhielt, ohne seine Position öffentlich zu melden. Der Tanker steht nicht auf einer US-Sanktionsliste, wird jedoch unter „aktiver Überwachung“ geführt. Hintergrund sind ein früheres Umweltdelikt sowie eine frühere Verbindung zur sogenannten Energiebrücke zwischen Venezuela und Kuba. Laut US-Dokumenten gehört das Schiff der griechischen Reederei Nicos I.V. Special Maritime Enterprises, einer eigens für dieses Schiff gegründeten Gesellschaft. Das technische und kommerzielle Management liegt bei Oceanic Shipmanagement Corp., ebenfalls mit Sitz in Griechenland. Der Hafen von Matanzas besitzt zentrale Bedeutung für die Energieversorgung des Landes. Am westlichen Ufer der Bucht befindet sich Kubas größter Supertanker-Stützpunkt sowie das Thermokraftwerk Antonio Guiteras, eines der leistungsstärksten Kraftwerke der Insel. Der Standort war im August 2022 Schauplatz eines schweren Industriebrands, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen und mehrere Tanklager beschädigt wurden. Der Wiederaufbau ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Ankunft des Tankers erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Versorgungslage. Seit Januar haben die Vereinigten Staaten Maßnahmen ergriffen, die auf eine Unterbindung externer Öllieferungen an Kuba zielen. Neben dem Wegfall venezolanischer Lieferungen wurden Strafzölle für Länder angekündigt, die Rohöl an die Insel exportieren. Kuba deckt nach offiziellen Angaben nur etwa ein Drittel seines täglichen Bedarfs von rund 110.000 Barrel durch eigene Förderung. Die Folgen sind zunehmende Stromabschaltungen, Engpässe an Tankstellen und Beeinträchtigungen in mehreren Wirtschaftssektoren. Die Regierung reagierte mit einem umfassenden Notfallplan: Einschränkungen im öffentlichen Dienst, Aussetzung des Präsenzunterrichts an Universitäten, verstärkte Telearbeit sowie eine strikte Rationierung von Kraftstoff. Ob die Lieferung der Nicos I.V. zu einer spürbaren Entlastung führt, hängt von Umfang und Bestimmungszweck der Ladung ab. Offizielle Angaben dazu stehen bislang aus.
Quelle: EFE (https://t1p.de/08ew4)
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