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Hurrikan Melissa naht: Jamaika in Alarmbereitschaft, Kuba trifft Vorkehrungen gegen Überschwemmungen28/10/2025
Kuba bereitet sich auf den Hurrikan Melissa vor, der nach schweren Schäden in Jamaika, Haiti und der Dominikanischen Republik über die Insel zieht. UN und Caricom haben Hilfsmaßnahmen aktiviert. Meteorologen warnen vor extremen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen, die die Karibikregion bedrohen.
28.10.2025 08:47 Uhr
Abbildung: Sandwich RGB Blend combines IR band 13 with visual band 3 28 Oct 2025 - 07:20 UTC. Quelle: NOAA
Während Jamaika dem Eintreffen des Hurrikans Melissa entgegenblickt, rüstet sich Kuba für mögliche Überschwemmungen im Osten der Insel. Melissa, mittlerweile ein Hurrikan der Kategorie 5, zieht nur langsam über die Karibik und hat bereits in Jamaika, Haiti und der Dominikanischen Republik verheerende Auswirkungen gezeigt.
Nach Angaben des US-amerikanischen National Hurricane Center (NHC) befand sich Melissa um 1:00 Uhr (Lokalzeit) rund 215 Kilometer südwestlich von Kingston und 500 Kilometer südwestlich von Guantánamo. Der Hurrikan erreicht Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h und bewegt sich langsam nordnordöstlich. Die langsame Bewegung des Sturms mit nur rund vier Kilometern pro Stunde Richtung Nordosten verschärft die Gefahr extremer Regenfälle und Überschwemmungen. In Jamaika starben bei den Vorbereitungen auf den Hurrikan drei Menschen, 13 weitere wurden verletzt. Etwa 50.000 Haushalte im Westen der Insel sind derzeit ohne Strom. Die Regierung richtete 881 Notunterkünfte ein, in denen sich zunehmend mehr Menschen in Sicherheit bringen. Meteorologen warnen vor bis zu 750 Millimetern Niederschlag in den am stärksten betroffenen Regionen. „Wir sprechen von Mengen, die unsere Messgeräte möglicherweise nicht erfassen können“, zitiert die spanische Nachrichtenagentur EFE Evan Thompson-Meadows, Direktor der jamaikanischen Wetterbehörde. Premierminister Andrew Holness betonte die Einsatzbereitschaft der Behörden und appellierte zugleich an die Bevölkerung: „Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten, aber auch auf das Beste hoffen.“ Melissa dürfte sich beim Überqueren Jamaikas zunächst etwas abschwächen, um dann über dem Karibischen Meer erneut an Stärke zu gewinnen und in der Nacht zum Mittwoch auf Kubas südöstlicher Küste treffen und über Nacht bis in die Morgenstunden des Mittwochs über die Insel ziehen. Der Direktor des kubanischen Meteorologischen Instituts, Dr. Celso Pazos, prognostiziert, dass das Zentrum des Hurrikans etwa zwölf Stunden über kubanischem Territorium verweilen könnte. Vor allem die Provinzen Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo könnten von starken Regenfällen und Sturmfluten betroffen sein. Experten rechnen mit Überflutungen in Küstengebieten und sehen insbesondere in den bergigen Regionen ein hohes Risiko für Erdrutsche und lokale Überschwemmungen. Die kubanische Regierung hat umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Präsident Miguel Díaz-Canel betonte die Dringlichkeit der Maßnahmen: „Was wir jetzt nicht tun, verlieren wir später.“ Insgesamt sollen rund 650.000 Menschen aus besonders gefährdeten Gebieten evakuiert werden. Auch die Bahamas ergreifen vorsorgliche Maßnahmen: Die Regierung ordnete Evakuierungen in den südöstlichen Regionen des Landes an, da der Hurrikan dort voraussichtlich ab Dienstag erste Auswirkungen zeigt und die Bedingungen am Mittwoch weiter verschärft werden. Haiti und die Dominikanische Republik leiden bereits seit dem 23. Oktober unter den Folgen von Melissa. Wie EFE berichtet sind in Haiti über 2.000 Menschen in Schulen untergebracht, die als Notunterkünfte dienen. Es bestehen dringende Bedarfe an sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und sanitären Einrichtungen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben, 16 wurden verletzt, 450 Häuser wurden überschwemmt und zehn beschädigt. In der Dominikanischen Republik sind demnach rund eine Million Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Insgesamt mussten 3.785 Menschen ihre Häuser verlassen; bisher wurde ein Todesfall registriert. Die internationale Gemeinschaft reagiert auf die drohende Katastrophe. Die Vereinten Nationen haben für Kuba das Anticipatory Action Framework, einen Mechanismus für präventive UN-Maßnahmen und schnelle Hilfe im Katastrophenfall, aktiviert und planen die Verteilung von mehr als 100 Tonnen Reis sowie weiteren Notfallmaterialien. Das Welternährungsprogramm (WFP) geht davon aus, dass insgesamt 1,7 Millionen Menschen dringend Unterstützung benötigen, darunter 720.000 in Jamaika und Haiti sowie etwa 275.000 in Kuba. Die Karibische Gemeinschaft (Caricom) drückte ihre „tiefe Besorgnis und Solidarität“ mit den betroffenen Staaten aus. Gleichzeitig bekräftigte sie ihr Engagement für koordinierte Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen, insbesondere über die Karibische Katastrophenschutzbehörde (Caribbean Disaster Emergency Management Agency - CDEMA).
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Text: Leon Latozke
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