Neues aus Kuba
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01.06.2026 07:00 Uhr
2026 erwarten die Meteorologen eine moderate atlantische Hurrikansaison, sehen für Kuba aber eine leicht erhöhte, 40-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Hurrikan.
Abbildung: Symbolbild Hurrikan Katrina 2005-08 von US NOAA, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Am 1. Juni beginnt die atlantische Hurrikansaison 2026, und die Prognosen der Meteorologen zeichnen ein übereinstimmendes Bild: eine unterdurchschnittlich aktive Saison, maßgeblich beeinflusst durch das erwartete El-Niño-Phänomen. Die wissenschaftliche Behörde der US-Regierung National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die Colorado State University (CSU) und das kubanische Institut für Meteorologie (Instituto de Meteorología de Cuba - INSMET) gehen von einer moderaten Aktivität aus, doch die Experten warnen davor, die Risiken zu unterschätzen. Ein einzelner, schwerer Wirbelsturm könne ausreichen, um verheerende Schäden anzurichten.
Der gemeinsame Nenner der Vorhersagen ist der erwartete Einfluss des Klimaphänomens El Niño, das voraussichtlich zwischen August und Oktober moderate bis starke Ausprägung erreichen wird. Dies führt zu einer verstärkten vertikalen Windscherung über dem tropischen Atlantik und der Karibik, was die Entstehung und Intensivierung von Zyklonen hemmt. Konkret prognostiziert die NOAA für die gesamte Saison acht bis vierzehn benannte Stürme, von denen drei bis sechs Hurrikanstärke erreichen sollen. Ein bis drei dieser Wirbelstürme könnten sich zu schweren Hurrikanen der Kategorie drei oder höher entwickeln. Die CSU rechnet mit dreizehn benannten Stürmen, sechs Hurrikanen und zwei schweren Hurrikanen. Ihre Berechnungen ergeben eine Energiekumulation, die nur etwa 75 Prozent eines durchschnittlichen Jahres des Vergleichszeitraums 1991 bis 2020 entspricht. Kubas Wetterdienst INSMET wiederum geht von elf tropischen Wirbelstürmen im gesamten Atlantikbecken aus, darunter fünf Hurrikane, von denen zwei große Intensität erreichen könnten. Trotz dieser moderaten Zahlen ist die Situation für Kuba besonders angespannt. Das INSMET beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Hurrikan die Insel in dieser Saison trifft, auf 40 Prozent – ein Wert, der leicht über dem historischen Durchschnitt von 35 Prozent liegt. Die Chance auf den Einschlag eines tropischen Sturms wird mit 75 Prozent angegeben. Diese Prognose ist vor dem Hintergrund der noch nicht abgeschlossenen Wiederaufbauarbeiten nach dem Hurrikan Melissa zu sehen, der Ende Oktober 2025 als Sturm der Kategorie drei mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde auf Ostkuba traf. Melissa gilt als einer der zerstörerischsten atlantischen Hurrikane der Geschichte: Über 116.000 Wohnungen wurden in den Provinzen Santiago de Cuba, Holguín, Granma und Guantánamo beschädigt, mehr als 3,5 Millionen Menschen waren laut UN-Angaben betroffen. Die ohnehin angespannte Lage in Kuba wird durch die Prognose eines überdurchschnittlich heißen Sommers 2026 verschärft, der die ohnehin leidende Bevölkerung zusätzlich belastet. Die nächsten Aktualisierungen der CSU-Prognosen sind für den 10. Juni, den 8. Juli und den 5. August angesetzt. NOAA und INSMET werden ihre Einschätzungen im August überarbeiten, wenn die Vorhersagen erfahrungsgemäß genauer werden. Autor: Leon Latozke
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