Neues aus Kuba
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02.06.2026 07:00 Uhr
Iberia setzt den Flugbetrieb nach Kuba aus. Wegen der Situation vor Ort breche die Nachfrage ein, so die Airline.
Die spanische Fluggesellschaft Iberia hat mit sofortiger Wirkung ihre Direktverbindung zwischen Madrid und der kubanischen Hauptstadt Havanna eingestellt. Wie das Unternehmen am Montag (1.) bestätigte, sei die Entscheidung eine Reaktion auf die anhaltende wirtschaftliche und politische Krise auf der Karibikinsel, die zu einem drastischen Einbruch der Nachfrage auf der Strecke geführt habe. Bereits Mitte April hatte Iberia angekündigt, die Route vorübergehend zu canceln. Damit folgt die zum IAG-Konzern gehörende Airline dem Beispiel von World2Fly, einer weiteren spanischen Fluggesellschaft, die ihre Flüge nach Kuba ebenfalls bereits suspendiert hat.
Während Iberia und World2Fly den Betrieb einstellen, hält Air Europa, die zur Globalia-Gruppe zählt, vorerst an ihren Verbindungen fest. Allerdings unter veränderten Bedingungen: Flüge von Havanna nach Madrid müssen nun einen technischen Zwischenstopp in Santo Domingo einlegen, um Treibstoff zu tanken. Der Grund dafür ist die akute Treibstoffknappheit auf der Insel, die bereits seit Februar den Flugbetrieb beeinträchtigt. Schon damals waren Iberia-Maschinen auf dem Rückweg nach Spanien gezwungen, in der Dominikanischen Republik zwischenzulanden. Iberia selbst hatte im April noch drei wöchentliche Flüge zwischen Madrid und Havanna angeboten, die Zahl im Mai auf zwei reduziert und stellt nun die Verbindung ganz ein. Der Konzern hält jedoch die Buchungsmöglichkeiten für Flüge ab Mitte Oktober offen, was darauf hindeutet, dass die Unterbrechung zumindest die gesamte Sommersaison andauern wird. Für die betroffenen Passagiere bietet Iberia eine Alternative an: Sie können von Madrid bis Panama City fliegen und von dort im Rahmen eines Codeshare-Abkommens mit Copa Airlines weiter nach Kuba reisen. Die Hintergründe der Krise sind vielschichtig, lassen sich aber maßgeblich auf den verschärften wirtschaftlichen Druck der USA zurückführen. Das seit Jahrzehnten bestehende US-Embargo gegen Kuba wurde durch die sogenannte Executive Order 14404, die am 1. Mai in Kraft trat, weiter verschärft. Diese Anordnung erlaubt es den USA, Vermögenswerte von Personen und Unternehmen einzufrieren, die in Schlüsselsektoren der kubanischen Wirtschaft tätig sind – etwa in der Energie-, Bergbau- oder Verteidigungsbranche. Zudem drohen sekundäre Sanktionen: Ausländische Banken und Firmen, die mit sanktionierten kubanischen Einrichtungen Geschäfte machen, riskieren den Ausschluss vom US-Markt. Besonders folgenreich ist die Treibstoffblockade. Kuba, das stark von importiertem Öl abhängig ist, wurde durch die US-Sanktionen von wichtigen Lieferanten abgeschnitten. Die Treibstoffknappheit hat nicht nur den Flugverkehr lahmgelegt, sondern auch die gesamte Wirtschaft und die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung schwer getroffen. Der Tourismus, lange Zeit eine der wenigen verbliebenen Devisenquellen der Insel, ist regelrecht zusammengebrochen. Ohne ausreichend Kerosin können Flugzeuge nicht starten, und ohne Touristen werden die Routen für die Airlines unrentabel. Die Strecken waren ohnehin stark von ausländischen Urlaubern abhängig, deren Zahl nun drastisch gesunken ist. Die Einstellung der Iberia-Verbindung ist daher nicht nur ein Symptom der tiefgreifenden Krise, sondern verschärft die Isolation Kubas weiter. Die Insel verliert eine wichtige Lebensader nach Europa – und das ausgerechnet zu Beginn der Hauptreisezeit.
Quelle: EFE (https://t1p.de/zm12v)
Autor: Leon Latozke
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