Neues aus Kuba
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22.05.2026 06:00 Uhr
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ICE-Agenten haben in Miami die Schwester der GAESA-Chefin festgenommen. Die Immobilienunternehmerin, seit 2023 in den USA lebend, soll laut Außenminister Marco Rubio Vermögenswerte des kubanischen Militärkonzerns verwaltet haben.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: ICE arresta en Miami a hermana de funcionaria cubana vinculada con GAESA Noticiero 10 pm 05/21/2026. Rechte beim Uploadenden.
Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat in Miami Adys Lastres Morera. die Schwester der Chefin des kubanischen Militärkonglomerats GAESA festgenommen. Der Festgenommenen, die mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung in den USA lebt und im Immobiliensektor tätig ist, wird vorgeworfen,für die Verwaltung mutmaßlich illegaler Auslandsvermögenswerte des Staatskonzerns verantwortlich zu sein. Wie die Behörde mitteilte, hatte sie nie die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragt. Sie bleibe bis zu ihrer Abschiebung in Haft. Der Fall markiert eine weitere Eskalation im Vorgehen Washingtons gegen das kommunistische Regime in Havanna.
John Condon, Direktor der für Ermittlungen zuständigen Abteilung für nationale Sicherheit, erklärte, die Anwesenheit von Lastres Morera in den USA hätte „schwerwiegende negative Folgen für die Außenpolitik“ haben können. Er berief sich dabei auf Außenminister Marco Rubio, der verfügt habe, dass die Frau nach den Bestimmungen des Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes abgeschoben werden müsse. „Ihre Duldung würde das Signal senden, dass Netzwerke des kubanischen Regimes ungehindert Zugang zu amerikanischen Finanz-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen haben“, hieß es. Der Diplomat selbst bestätigte den Vorgang auf sozialen Plattformen und warf der Festgenommenen vor, Immobilien verwaltet und dadurch die kommunistische Führung unterstützt zu haben. Er habe ihren legalen Status persönlich aufgehoben. „Kein Ort auf der Erde – erst recht nicht unser Land – soll Ausländern Luxus bieten, die unsere nationale Sicherheit gefährden“, drohte er. GAESA, die Grupo de Administración Empresarial S.A., ist ein riesiger Mischkonzern unter der Kontrolle der kubanischen Revolutionsstreitkräfte. Das Portfolio reicht von Hotels und Telekommunikationsfirmen über Einzelhandelsketten und Tankstellen bis zur Staatsbank, die sämtliche internationalen Transaktionen der Insel abwickelt. Bekannte Töchter sind die Tourismus- und Hotelsparte Gaviota sowie die Logistik- und Handelsriesen CIMEX und TRD. Zudem kontrolliert der Konzern Überweisungen aus dem Ausland, Freihandelszonen und Bauprojekte. Washington schätzt, dass GAESA wie „ein Staat im Staat“ agiert und rund 70 Prozent der kubanischen Staatsvermögen verwaltet – geschätzte 20 Milliarden Dollar. Dem gegenüber steht die Bevölkerung, die unter einer schweren Wirtschaftskrise mit Dauernstromausfällen, Wassermangel und Engpässen bei Nahrung und Medikamenten leidet. Der Konzern galt lange als intransparent. Über Jahre führte ihn General Luis Alberto Rodríguez López-Calleja, ein Schwiegersohn von Ex-Staatschef Raúl Castro, der 2022 starb. Die USA haben sowohl GAESA als auch deren Führungskräfte mit Sanktionen belegt. Der jetzige Zugriff erfolgt in einer Phase extremer Spannungen zwischen Washington und Havanna. Erst am Mittwoch, dem kubanischen Unabhängigkeitstag, hatte das US-Justizministerium Anklage gegen den 94-jährigen Ex-Präsidenten Raúl Castro erhoben: wegen Mordes und weiterer Verbrechen im Zusammenhang mit dem Abschuss zweier Flugzeuge der Exilorganisation „Brüder zur Rettung“ im Jahr 1996, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Zeitgleich bestätigte das Pentagon, dass der Flugzeugträger USS Nimitz in internationalen Gewässern der Karibik nahe der Insel operiert. Die kubanische Krise hat sich seit Januar weiter verschärft, als Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro – bis dahin Havannas wichtigster Verbündeter und Lieferant subventionierten Erdöls – festgenommen wurde. Kurz darauf verhängte US-Präsident Donald Trump eine Energieblockade per Dekret. Es droht Zöllen und Sanktionen gegen alle, die Rohöl an die Insel liefern. Mexiko, das zuvor Treibstoff zu Vorzugspreisen geschickt hatte, stellte die Lieferungen ein. Vorige Woche meldeten die Behörden die vollständige Erschöpfung der Treibstoffreserven. Marco Rubio schlug in einer Videobotschaft am Mittwoch einen neuen Kurs vor: eine Annäherung an die Insel, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Militärs ihre Macht über die Wirtschaft aufgeben. Die Regierung von Miguel Díaz-Canel und GAESA machte er für die Not der Bevölkerung verantwortlich. „Die wahren Gründe, warum ihr keinen Strom, Treibstoff oder Nahrung habt, sind, dass diejenigen, die euer Land kontrollieren, Milliarden von Dollar geplündert haben – nichts davon kam dem Volk zugute“, behauptete er und bestritt, dass die von Washington verhängte Energieblockade eine Rolle spiele. Die Kubaner litten unter täglichen 22-stündigen Stromausfällen, während die Führungselite im Luxus schwelge.
Quelle: YouTube/Miami Vision (https://t1p.de/o8fsl)
Autor: Leon Latozke
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