Neues aus Kuba
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14.04.2026 16:00 Uhr
Der russischer Tanker "Universal" steuert auf die Karibik zu und könnte in etwa zwei Wochen Kuba erreichen. Experten halten es für wahrscheinlich, dass es sich um eine zweite Lieferung von Treibstoff als humanitäre Hilfe aus Russland handelt.
Im Nordatlantik, auf Kurs in Richtung Karibik, befindet sich der russische Tanker „Universal“. Sein Ziel könnte Kuba sein – und damit das zweite Versprechen Moskaus einlösen, der von einer schweren Energiekrise geplagten Insel mit Hilfe beizustehen. Die Lieferung wäre ein weiteres deutliches Zeichen der politischen Unterstützung aus Russland, kann die strukturellen Engpässe Kubas jedoch nur vorübergehend lindern. Dies geht aus aktuellen Schiffsverfolgungsdaten sowie Einschätzungen von Experten hervor.
Der Tanker mit der Identifikationsnummer IMO 9384306, der auf den Transport von Erdölderivaten spezialisiert ist, gehört zur russischen Reederei Sovcomflot. Bereits Ende März hatte ein Tanker derselben Flotte, die „Anatoli Kolodkin“, mit 730.000 Barrel Öl den Hafen in Matanzas erreicht. Der „Universal“ verließ Anfang April einen Ostseehafen und passierte am 8. April, begleitet von einer russischen Fregatte, den Ärmelkanal – eine Vorsichtsmaßnahme, um Konfrontationen mit britischen Behörden zu vermeiden. Obwohl das Schiff kein offizielles Ziel deklariert hat, deuten seine Route und sein Profil stark auf Kuba hin. „Aufgrund seines Profils ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sein Ziel Kuba ist“, bestätigte der kubanische Energieexperte Jorge Piñón vom Energy Institute der University of Texas auf Nachfrage der Nachrichtenagentur EFE. Diese Einschätzung wird durch die Ankündigung des russischen Energieministers Sergej Tsiviliov gestützt, der kurz nach der Ankunft der „Anatoli Kolodkin“ einen zweiten Brennstofflieferung für die Insel in Aussicht stellte, ohne weitere Details preiszugeben. Die Lieferungen sind vor allem ein symbolischer Akt, der die prekäre Energieversorgungslage Kubas nur kurzfristig entschärfen kann. Wie Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel selbst einräumte, reichen die Mengen bei weitem nicht aus, um die strukturelle Krise zu bewältigen. Der tägliche Bedarf der Insel liegt bei etwa 100.000 Barrel Erdöl, von denen lediglich 40.000 Barrel durch inländische Förderung gedeckt werden. Die restlichen 60.000 Barrel müssten importiert werden – ein seit Jahren nahezu unlösbares Problem aufgrund des chronischen Devisenmangels des Staates und des US-amerikanischen Embargos. Dieses Defizit hat seit Mitte 2024 zu einer anhaltenden Serie von Stromausfällen und zu einem graduellen Stillstand weiter Teile der Wirtschaft geführt, insbesondere im staatlichen Sektor. Der in den letzten drei Monaten verschärfte US-amerikanische Druck auf die Ölversorgung hat eine ohnehin schon langwierige Strukturkrise weiter zugespitzt. Zwischen 2020 und 2025 schrumpfte die kubanische Wirtschaft um rund 15 Prozent. Der letzte offizielle Ölimport vor der aktuellen russischen Lieferung stammte vom liberianischen Tanker „Ocean Mariner“, der am 9. Januar mit 86.000 Barrel aus Mexiko eintraf. Die nun erwartete Ankunft der „Universal“ unterstreicht erneut die strategische Partnerschaft zwischen Havanna und Moskau, bleibt aber angesichts des immensen Bedarfs ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Reise des Tankers wird von den internationalen Sanktionen gegen Russland überschattet: Sowohl die USA als auch die Europäische Union haben das Schiff mit Restriktionen belegt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/gana8)
Autor: Leon Latozke
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