Neues aus Kuba
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„Wenn ich in Havanna wäre, wäre ich besorgt“: Mit diesen Worten hat US-Außenminister Marco Rubio nach dem Sturz von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro Kuba ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Washington sieht den Zugriff auf Maduro als schweren Schlag gegen kubanische Geheimdienste und den regionalen Einfluss Havannas.
04.01.2026 05:00 Uhr
Abbildung: Marco Rubio überwacht am Samstag, dem 3. Januar 2026, vom Mar-a-Lago Club in Palm Beach, Florida, aus die Militäroperationen der USA in Venezuela. Official White House Photo by Molly Riley, P20260103MR-0701, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC0 1.0
Der überraschende Sturz des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro hat in Washington nicht nur als außenpolitischer Erfolg gegolten, sondern auch als Signal in Richtung Havanna. US-Außenminister Marco Rubio erklärte nach der Operation offen, dass er „besorgt wäre“, sollte er sich derzeit in der kubanischen Hauptstadt aufhalten. Seine Aussage verweist auf die zentrale Rolle, die Kuba nach Einschätzung der US-Regierung über Jahre hinweg im venezolanischen Sicherheitsapparat gespielt hat – und auf mögliche Konsequenzen für das kubanische Machtgefüge.
Rubio sprach von einem empfindlichen Schlag gegen die kubanischen Geheimdienste. Diese hätten Venezuela aus Sicht der USA faktisch „kolonisiert“, insbesondere im Bereich der inneren Sicherheit. Zahlreiche Leibwächter Maduros, Teile der militärischen Schutzstrukturen und selbst Elemente des venezolanischen Geheimdienstes seien mit kubanischem Personal durchsetzt gewesen. Mit der Festnahme Maduros und seiner Ehefrau Cilia Flores durch US-Spezialeinheiten sei dieses Netzwerk aufgedeckt und zerschlagen worden. Für Havanna bedeute dies einen gravierenden Verlust an Einfluss und sicherheitspolitischer Reichweite. Auch Präsident Donald Trump nutzte den Moment, um Kuba direkt ins Visier zu nehmen. Von seinem Anwesen in Mar-a-Lago aus zog er Parallelen zwischen Venezuela und der Insel. Kuba sei ein „sehr ähnlicher Fall“, sagte Trump, und sprach vom Ziel, dem kubanischen Volk „gegen den Kastrismus“ zu helfen. Das politische System auf der Insel bezeichnete er als gescheitert und als Ursache jahrzehntelangen Leidens der Bevölkerung. Kuba sei eine „failed nation“, mit der sich Washington künftig intensiver befassen werde. Besonders deutlich wurde Rubio mit der Forderung, Venezuela müsse nach dem Machtwechsel seine „Unabhängigkeit von Kuba“ erklären. Diese Aussage zielt auf das seit Jahren bestehende Bündnis zwischen Havanna und Caracas, das auf gegenseitiger Abhängigkeit beruhte: Kuba lieferte Sicherheitsberater, Geheimdienstexpertise und politische Unterstützung, Venezuela im Gegenzug subventioniertes Öl. Mit dem Wegfall Maduros droht dieses Modell zu kollabieren – mit unmittelbaren Folgen für die ohnehin fragile kubanische Wirtschaft.
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Für Kuba kommt die Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Insel steckt in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise, geprägt von Energieknappheit, Inflation und wachsender Unzufriedenheit. Der Verlust venezolanischer Unterstützung würde den Druck weiter erhöhen. Gleichzeitig lassen die Äußerungen aus Washington erkennen, dass Kuba aus US-Sicht stärker denn je Teil eines regionalen Machtgefüges ist, das neu geordnet werden soll. Ob den markigen Worten konkrete Schritte folgen, bleibt offen. Klar ist jedoch: Der Umbruch in Venezuela wird in Havanna aufmerksam registriert – und könnte für das kubanische Regime weitreichendere Folgen haben, als es auf den ersten Blick scheint.
Quelle: Panam Post /EFE (https://t1p.de/apsgr), YouTube (https://t1p.de/62yfg)
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Text: Leon Latozke
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