Neues aus Kuba
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25.05.2026 09:00 Uhr
Nach über zehn Jahren Verzögerung startet Kuba die Montage der Turbinen für Herradura 1, den größten Windpark der Insel.
Nach jahrelangen Verzögerungen und einer über ein Jahrzehnt währenden Planungsphase hat Kuba nun mit der Montage der Turbinen im Windpark Herradura 1 in der östlichen Provinz Las Tunas begonnen. Es handelt sich um das bislang ambitionierteste Windenergieprojekt der Karibikinsel. Energieminister Vicente de la O Levy bestätigte, dass die Anlage noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll. Seit Ende April laufen die Arbeiten am Turmbau, alle erforderlichen Komponenten, technische Unterstützung sowie die Kräne seien vor Ort, so der Minister.
Das Projekt umfasst ursprünglich 34 chinesische Turbinen des Typs Goldwind GW77/1500 mit einer Nennleistung von je 1,5 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 76,9 Metern. Die installierte Gesamtleistung soll damit 51 Megawatt betragen. Die Türme werden höher sein als jene der bisher größten Windparks Kubas in Gibara in der Provinz Holguín. Carlos Arias Sobrino, Direktor des Elektrizitätsunternehmens in Las Tunas, erklärte, dass in der ersten Ausbaustufe 22 der geplanten 34 Turbinen installiert werden, was bei maximaler Leistung rund 34 Megawatt erzeugt. Eine spätere Ergänzung um die restlichen zwölf Turbinen sei möglich, jedoch ohne konkreten Zeitplan. De la O Levy selbst bezieht sich in seinen jüngsten Äußerungen weiterhin auf die vollständige Ausbaustufe mit 51 Megawatt. Der Bau von Herradura 1 erstreckt sich über mehr als zehn Jahre, immer wieder unterbrochen durch fehlende Technologie und Engpässe in der Lieferkette für Schlüsselkomponenten. Dennoch wurden begleitende Infrastrukturmaßnahmen abgeschlossen: Eine Umspannstation und ein spezialisiertes Wartungszentrum sind fertiggestellt und betriebsbereit. Die Provinz Las Tunas betreibt bereits acht Solarparks mit einer kombinierten Kapazität von über 60 Megawatt. Herradura 1 soll den Anteil erneuerbarer Energien in der Region nun erheblich diversifizieren. Die Nordküste von Las Tunas zählt zu den windreichsten Gebieten der Insel. Im kubanischen Fernsehen präsentierte De la O Levy einen Drei-Stufen-Plan zur Energiewende. Die erste Stufe sieht vor, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 24 Prozent zu steigern – ausgehend von geschätzten zehn Prozent heute, mit einem Zwischenziel von 15 Prozent noch in diesem Jahr. In der zweiten Stufe soll bis 2035 ein Anteil von 40 Prozent erreicht werden, was nach Angaben des Ministers die Treibstoffimporte Kubas überflüssig machen würde. Die dritte Stufe zielt auf eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2050 ab, was die Behörden als volle energetische Souveränität bezeichnen. Die 2014 verabschiedete Politik für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sei deutlich ausgeweitet worden, betonte der Minister. Seit 2024 und 2025 werde diese Politik als Investitionsprozess und umfassender kultureller Wandel verstanden: „Sie beginnt in den Schulen, bezieht Kinder mit ein und zielt darauf ab, das gesamte beträchtliche Energiepotenzial Kubas zu nutzen.“ De la O Levy hob zudem die Wiederbelebung und Neuausrichtung von Technologien hervor, die während der Sonderperiode – der Wirtschaftskrise nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 1990er Jahren – entwickelt wurden. Demnach sind 5.673 der 7.827 traditionellen Windpumpen zur Wasserförderung noch funktionsfähig, ebenso 124 von 409 Biogasanlagen. Das übergeordnete Ziel sei ein kultureller und investiver Wandel, der alle verfügbaren Ressourcen auf dem Weg zur vollen Energiesouveränität bis 2050 nutze.
Quelle: PowerMag (https://t1p.de/bq6ah)
Autor: Leon Latozke
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