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Die Inflation in Kuba stagniert im September bei 15,20 % und unterbricht damit den seit eineinhalb Jahren sinkenden Trend. Besonders stark verteuerten sich Alkohol, Tabakwaren sowie Dienstleistungen wie Gastronomie und Bildung. Experten warnen, dass die reale Inflation, unter Einbeziehung des informellen Marktes, deutlich höher liegt.
15.10.2025 10:15 Uhr
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Die Inflation in Kuba hat sich im September auf 15,20 % stabilisiert, nachdem sie im August bei 15,21 % lag. Damit setzt sich eine Tendenz der Stagnation fort, die eine vor rund eineinhalb Jahren begonnene Phase sinkender Preise unterbricht, wie die nationale Statistikbehörde ONEI am Dienstag veröffentlichte. Trotz der Stabilisierung liegt der Verbraucherpreisindex deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats, als er noch bei 29,05 % notierte. Im Monatsvergleich stiegen die Preise um 0,76 %, die kumulierte Inflation seit Jahresbeginn erreichte 10,88 %.
Besonders stark verteuerten sich alkoholische Getränke und Tabakwaren mit 107,63 % im Jahresvergleich. Auch die Bereiche Restaurants und Hotels (+23,24 %), Bildung (+17,54 %), Wohnungsdienstleistungen (+13,93 %), Möbel und Haushaltswaren (+13,47 %) sowie diverse Güter und Dienstleistungen (+13,07 %) verzeichneten deutliche Preissteigerungen. Die Kommunikationsdienste blieben mit 0,44 % relativ stabil, trotz der im Mai eingeführten Tariferhöhungen für Mobilfunkaufladungen, die landesweit für Proteste sorgten. Experten wie der kubanische Ökonom Pavel Vidal weisen jedoch darauf hin, dass die offiziellen Zahlen die tatsächliche Inflationsbelastung nur unzureichend widerspiegeln. Unter Einbeziehung des informellen, weitaus besser sortierten Marktes dürfte die reale Preissteigerung im laufenden Jahr rund 70 % betragen. Seit 2020 haben sich die Preise nach offiziellen Angaben mehr als verdreifacht, mit einem Höhepunkt von über 77 % im Jahr 2021, gefolgt von 39,07 % (2022), 31,34 % (2023) und 24,88 % (2024). Die anhaltende Wirtschaftskrise in Kuba, die seit mehr als fünf Jahren anhält, ist gekennzeichnet durch Engpässe bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff, hohe Inflationsraten, Schrumpfungen der Wirtschaftsleistung, eine zunehmende Dollar-Dominanz und regelmäßige Stromausfälle. Ursachen sind neben der Covid-19-Pandemie die Verschärfung der US-Sanktionen seit 2017 sowie gescheiterte nationale Wirtschafts- und Währungspolitiken. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen zu wachsendem sozialen Unmut, sichtbar in landesweiten Protesten der letzten Jahre und in einer bisher beispiellosen Migrationswelle. Die Kombination aus strukturellen Problemen, politischen Spannungen und anhaltender Inflation lässt auf absehbare Zeit kaum eine Entspannung der Lage erwarten.
Quelle: ONEI (https://t1p.de/vtrvd)
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Text: Leon Latozke
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