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Im Juli 2025 ist die Inflation im offiziellen kubanischen Markt laut Statistikamt auf 14,37 Prozent gesunken – den niedrigsten Stand seit Jahren. Trotz des Rückgangs bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt: Hohe Preise, Versorgungsengpässe, Dolarisierung und tägliche Stromausfälle prägen den Alltag.
13.08.2025 07:24 Uhr
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Die Inflation in Kuba ist im Juli 2025 im offiziellen Markt auf 14,37 Prozent gefallen – der niedrigste Wert seit Jahren. Das teilte das Nationale Statistikamt (ONEI) in Havanna mit. Vor zwölf Monaten lag die Teuerung noch bei über 30 Prozent. Trotz des Rückgangs spüren Haushalte und Unternehmen die hohen Preise weiter deutlich: In den vergangenen fünf Jahren schrumpfte die kubanische Wirtschaft um insgesamt elf Prozent.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) Kuba stieg im Monatsvergleich um 0,49 Prozent, die kumulierte Inflation seit Jahresbeginn beträgt 8,79 Prozent. Besonders stark verteuerten sich im Jahresvergleich alkoholische Getränke und Tabakwaren (+106,46 Prozent), gefolgt von Restaurants und Hotels (+21,02 Prozent) sowie dem Bildungssektor (+14,48 Prozent). Auch Preise für diverse Waren und Dienstleistungen, Wohnnebenkosten sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen um rund 13 Prozent. Nur wenige Kategorien wiesen eine Teuerung im einstelligen Bereich auf: Bekleidung und Schuhe (+8,07 Prozent), Freizeit und Kultur (+6,32 Prozent), Transport (+4,58 Prozent), Gesundheit (+1,06 Prozent) und Kommunikation (+0,34 Prozent). Letztere blieb trotz einer kräftigen Tariferhöhung Ende Mai – die Mobilfunkaufladungen verteuerte und Proteste auslöste – der am wenigsten inflationsanfällige Sektor. Viele Kubaner empfinden die Teuerung höher als die offiziellen Zahlen. Der Grund: Der informelle Markt in Kuba, der nicht statistisch erfasst wird, bietet mehr Warenvielfalt und reagiert schneller auf Knappheiten, was oft zu deutlich höheren Preisen führt. Seit 2020 haben sich die Preise auf Kuba nach offiziellen Angaben verdreifacht. 2021 lag die Inflation bei über 77 Prozent, 2022 bei 39,07 Prozent, 2023 bei 31,34 Prozent und 2024 bei 24,88 Prozent. Die Wirtschaftskrise in Kuba dauert inzwischen mehr als fünf Jahre an. Sie ist geprägt von Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff, einer fortschreitenden Dolarisierung des Alltags und täglichen Stromausfällen. Ursachen sind die Folgen der Corona-Pandemie, verschärfte US-Sanktionen seit der Amtszeit von Donald Trump sowie strukturelle Probleme durch missglückte Wirtschafts- und Währungsreformen. Diese Kombination hat in den vergangenen Jahren zu seltenen öffentlichen Protesten und einer beispiellosen Auswanderungswelle geführt. Trotz des jüngsten Rückgangs der Inflation ist ein grundlegender wirtschaftlicher Aufschwung derzeit nicht in Sicht.
Quelle: EFE (https://t1p.de/emdlp)
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Text: Leon Latozke
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