Neues aus Kuba
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Kuba meldet für 2025 eine deutlich gesunkene Inflationsrate im formellen Markt. Offiziell liegt die Teuerung bei gut 14 Prozent und damit klar unter dem Vorjahreswert. Doch hinter den Zahlen verbirgt sich weiterhin eine schwere wirtschaftliche Krise.
10.01.2026 06:00 Uhr
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Kuba hat das Jahr 2025 mit einer offiziell gemessenen Inflationsrate von 14,07 Prozent im formellen Markt beendet. Das geht aus Anfang Januar veröffentlichten Daten der staatlichen Statistikbehörde ONEI hervor. Im Vergleich zu 2024 entspricht dies einem Rückgang um rund zehn Prozentpunkte. Damals hatte die Inflationsrate zum Jahresende bei 24,88 Prozent gelegen. Auch die monatliche Teuerung im Dezember fiel mit 0,88 Prozent vergleichsweise moderat aus.
Nach Warengruppen ergibt sich jedoch ein deutlich differenziertes Bild. Besonders stark verteuerten sich alkoholische Getränke und Tabak mit Anstieg von fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in den Bereichen Restaurants und Hotels (21,46 Prozent), Bildung (17,22 Prozent) sowie wohnungsbezogene Dienstleistungen (14,47 Prozent) lagen die Preiszuwächse deutlich über dem Durchschnitt. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um knapp 14 Prozent und belasten damit weiterhin breite Bevölkerungsschichten. Am niedrigsten fiel die Inflation im Sektor Kommunikation aus, der lediglich einen Anstieg von 0,46 Prozent verzeichnete. Dies steht im Kontrast zu den deutlichen Gebührenerhöhungen für Mobilfunkdienstleistungen im Mai 2025, die landesweit Proteste ausgelöst hatten. Unabhängige Ökonomen bezweifeln allerdings, dass die offiziellen Zahlen die tatsächliche Preisentwicklung widerspiegeln. Der kubanische Wirtschaftsexperte Pavel Vidal schätzt, dass die reale Inflationsrate 2025 bei rund 70 Prozent gelegen haben dürfte, da die staatlichen Berechnungen den weit verbreiteten informellen Markt nicht einbeziehen. Gerade dort werden viele Güter gehandelt, die im regulären staatlichen Handel kaum verfügbar sind. Langfristig bleibt die Inflationsdynamik hoch. Seit 2020 haben sich die Verbraucherpreise laut offiziellen Angaben etwa verdreifacht. Nach einem Inflationssprung von über 77 Prozent im Jahr 2021 folgten zwar rückläufige, aber weiterhin sehr hohe Raten in den Jahren danach. Die Preisentwicklung ist Ausdruck einer tieferliegenden wirtschaftlichen Krise. Die kubanische Wirtschaft schrumpfte 2024 um 1,1 Prozent, insgesamt beträgt der Rückgang in den vergangenen fünf Jahren rund elf Prozent. Auch für das laufende Jahr erwartet die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) ein negatives Wachstum. Als Ursachen gelten die Folgen der COVID-19-Pandemie, die Verschärfung der US-Sanktionen sowie strukturelle und wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen im Inland. Die sozialen Folgen zeigen sich in anhaltender Knappheit, wachsender Unzufriedenheit und einer anhaltend hohen Auswanderung.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/5h2z5)
Autor: Leon Latozke
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