Neues aus Kuba
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06.03.2026 08:00 Uhr
Jamaika beendet die Zusammenarbeit mit Kuba bei medizinischen Missionen – ein Jahrzehnte altes Programm endet. US-Druck und gescheiterte Verhandlungen spielen eine Rolle, während Kuba die Einmischung kritisiert.
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Jamaika hat das seit Jahrzehnten bestehende Abkommen mit Kuba über medizinische Missionen offiziell beendet. Nach Angaben des Außenministeriums von Jamaika vom Donnerstag (5.) scheiterten die Verhandlungen über eine neue Vereinbarung. Das Ministerium erklärte, beide Regierungen „konnten sich nicht über die Bedingungen eines neuen technischen Kooperationsabkommens einigen“, nachdem das vorherige Abkommen im Februar 2023 endete.
Damit endet eine Kooperation, die das jamaikanische Gesundheitssystem bislang maßgeblich mit kubanischem Fachpersonal unterstützte. Noch vor einem Jahr betonte Außenministerin Kamina Johnson Smith die Bedeutung der kubanischen Ärzte, Krankenschwestern und technischen Spezialisten. Mehr als 400 kubanische Fachkräfte waren zu diesem Zeitpunkt auf der Insel tätig. Mit dem Ende des Abkommens sieht Jamaika nun vor, kubanische Mediziner auf individueller Basis einzustellen, sofern die lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden. Letzten Monat zitierte die lokale Zeitung Jamaica Gleaner den Gesundheitsminister der Insel, dass zwar das Abkommen abgelaufen sei, aber fast 300 kubanische Ärzte und Spezialisten noch unter bestehenden Verträgen in Jamaika tätig seien. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter Kritik aus den USA. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Missionen wiederholt als „Zwangsarbeit“ und „Form von Menschenhandel“. Bereits im vergangenen Jahr hatten US-Beamte karibische Staaten unter Druck gesetzt, die Kooperation mit kubanischen Ärzten zu beenden, unter anderem mit Androhung von Visabeschränkungen. Einige Premierminister, etwa aus Trinidad und Tobago und St. Vincent und den Grenadinen, signalisierten jedoch, dass sie das Programm trotz möglicher Folgen für ihre US-Visa fortführen würden. Jamaikas Entscheidung fiel nur einen Tag nach dem Abzug von über 150 kubanischen Medizinern aus Honduras, wo die neu gewählte rechte Regierung das Abkommen abrupt auflöste. Offizielle Stellen in Honduras wiesen eine Einflussnahme der USA zurück. Kubas stellvertretender Außenminister Carlos Fernández de Cossío kritisierte die Einmischung Washingtons als Versuch, souveräne Staaten zu zwingen, ihre Bevölkerung von hochwertiger Gesundheitsversorgung abzuschneiden. Kubas Auslandseinsätze gelten seit Jahrzehnten als international erfolgreiche Maßnahme zur Verbesserung medizinischer Infrastruktur in anderen Ländern. Das Ende von Abkommen wie in Jamaika und Honduras könnte zu Versorgungslücken führen, gleichzeitig eröffnet die Neuausrichtung Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen für kubanisches Personal zu überprüfen. Für Jamaika bedeutet dies eine strategische Anpassung: Das Land muss künftig die medizinische Versorgung ohne die bisher vertraglich gebundenen kubanischen Teams sicherstellen. Die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheitsinfrastruktur der Region bleiben abzuwarten.
Quelle: AP (https://t1p.de/x26j6)
Autor: Leon Latozke
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