Neues aus Kuba
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Das Internationale Jazz Plaza Festival 2026 ist in Kuba eröffnet worden. Zum 41. Mal bringt das renommierte Festival Musikerinnen und Musiker aus 20 Ländern auf die Bühne – diesmal parallel in Havanna, Santa Clara, Santiago de Cuba und Holguín.
26.01.2026 10:35 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Mit einem Auftakt in gleich vier kubanischen Städten ist am Sonntag (25.) das 41. Internationale Jazz Plaza Festival eröffnet worden. Die diesjährige Ausgabe des renommierten Musikereignisses findet parallel in Havanna, Santa Clara, Santiago de Cuba und Holguín statt und versammelt Musikerinnen und Musiker aus 20 Ländern. Das Festival, das 1980 von Chucho Valdés und Bobby Carcassés gegründet wurde und seit 1983 international ausgerichtet ist, gilt als das wichtigste Jazzfestival Kubas und hat über vier Jahrzehnte hinweg bedeutende Künstlerpersönlichkeiten wie Dizzy Gillespie, Michel Legrand oder Arturo O’Farrill präsentiert.
Die Eröffnungsgala, unter dem Titel I, fand im Teatro Nacional von Havanna statt. Geleitet wurde das Konzert vom renommierten Pianisten und Komponisten Frank Fernández, der vor allem Nachwuchstalente in den Vordergrund stellte. Fernández betonte, dass das Ziel sei, „die nicht Berühmten, junge Menschen und Kinder mit außergewöhnlichem Talent, die fast nie in den Medien erscheinen, zu präsentieren“. Höhepunkt der Gala war die Aufführung eines 105-köpfigen Jugendsinfonieorchesters, ergänzt durch mehrere Kammerensembles. Das Festival bringt insgesamt 286 Musikerinnen und Musiker auf die Bühne, darunter Künstler aus Frankreich, Spanien, Portugal, den Niederlanden, den USA, Italien, Litauen, Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Österreich, Kanada, Griechenland und China sowie 23 kubanische Musiker im Ausland. Aus den Vereinigten Staaten werden unter anderem die Pianisten Aaron Goldberg, Edward Simon und Christian Sands erwartet, ergänzt durch kubanische Musiker wie Ignacio „Nachito“ Herrera und Dayramir González, die in den USA leben. Ein musikalisches Highlight der ersten Festivalnacht in Havanna war die Zusammenarbeit von Nachito Herrera mit der Nationalen Sinfonieorchester Kubas, bei der Werke des amerikanischen Komponisten George Gershwin präsentiert wurden, darunter die „Cuban Overture“, „Summertime“, „I Got Rhythm“ und erstmals auf Kuba die „Second Rhapsody“. Herrera erläuterte, dass die Verschmelzung von Jazz und klassischer Musik zentrale Intention sei: „Wir feiern Jazz Plaza, da muss Jazz sein. Ich fragte mich, wie man die Dinge mischen kann, und entschied, Gershwin noch einmal aufzuführen.“ Parallel dazu feiert Holguín erstmals seine Teilnahme am Festival. Dort eröffnete der kubanische Pianist Roberto Fonseca die Bühne. Die Organisatoren betonen, dass die Einbindung Holguíns Teil der Strategie sei, den kulturellen Wirkungsbereich zu erweitern und jungen Talenten neue Chancen zu bieten. Die Stadt gilt als musikbegeistert und erwartet hohe Qualitätsstandards. Ein weiteres Programm-Highlight ist das Konzert der Band Síntesis, die 2022 einen Latin Grammy erhielt und in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Bis zum Abschluss am 1. Februar umfasst das Festival neben Konzerten auch Workshops, Meisterklassen, Diskussionen und Begegnungen zwischen Künstlern und Musikstudenten in allen vier Austragungsorten.
Der Artikel wurde zuerst bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
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