Neues aus Kuba
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05.05.2026 15:00 Uhr
Die kanadische Bergbaufirma Sherritt International, einer der größten ausländischen Investoren in Kuba, prüft die Auswirkungen der jüngsten US-Sanktionen gegen die Insel. Sherritt fördert Kobalt und Nickel in Ostkuba.
Abbildung: Das Nickelwerk Comandante Pedro Sotto Alba in Moa, Kuba, wird seit 1994 als Joint Venture (Moa Nickel S.A.) betrieben. (Bildquelle: Irám René GD, Empresa Comandante Pedro Sotto Alba moa holguin cuba, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0)
Der kanadische Rohstoffkonzern Sherritt International, einer der größten ausländischen Investoren auf Kuba, prüft derzeit die Konsequenzen der jüngsten Sanktionsverschärfungen durch US-Präsident Donald Trump. Das in Toronto ansässige Unternehmen teilte am Montag (4.) nach Börsenschluss mit, man stehe im Austausch mit Beratern und Interessengruppen, um die Tragweite der neuen Maßnahmen zu bewerten. Hintergrund ist eine Exekutivanordnung, die Trump am vergangenen Freitag unterzeichnete und die gezielt gegen nahezu alle nicht-amerikanischen Personen oder Unternehmen vorgeht, die Geschäfte mit der kommunistischen Inselrepublik tätigen. Kuba unterliegt bereits seit den 1960er-Jahren umfassenden US-Wirtschaftssanktionen.
Die neuen Sanktionen konzentrieren sich auf Schlüsselbereiche wie Verteidigung, Bergbau, Finanzen und Sicherheit. Für Sherritt, das im Osten Kubas Kobalt und Nickel fördert und die Metalle in einer Raffinerie in der kanadischen Provinz Alberta verarbeitet, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Bereits im Februar, nachdem Trump eine faktische Treibstoffblockade über die Insel verhängt hatte, musste das Unternehmen seine kubanischen Aktivitäten vorübergehend einstellen. Damals blockierte Washington die Lieferungen von Öltankern, mit Ausnahme eines einzigen russischen Schiffes, und verschärfte damit die ohnehin chronischen Stromausfälle und Engpässe bei Benzin, Diesel und Kerosin. Das strategische Kalkül hinter der Maßnahme ist klar: Durch maximalen wirtschaftlichen Druck soll die kubanische Regierung destabilisiert werden. Sherritt war in den 1990er-Jahren das Risiko eingegangen, in Kuba zu investieren, als Fidel Castro nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Wirtschaft zaghaft für ausländische Kapitalgeber öffnete. Einst galt Sherritt als Gradmesser für die wirtschaftlichen Perspektiven des Landes, doch die Aktie notiert heute bei rund 27 kanadischen Cent – ein Absturz von einem Höchststand von 4,8 Milliarden kanadischen Dollar im Jahr 2008 auf aktuell etwa 186 Millionen Dollar Marktkapitalisierung. Zu den Altlasten des Unternehmens zählt ein Rechtsstreit um die Mine im Osten Kubas, die von einer Tochtergesellschaft des heutigen Konzerns Freeport-McMoRan betrieben wurde, bevor sie nach der Revolution von 1959 enteignet wurde. Die US-Regierung hat diesen Anspruch als einen von Tausenden offenen Eigentumskonflikten anerkannt; der Streitwert beträgt vor Zinsen mehr als 88 Millionen Dollar. Sherritt wird in der kommenden Woche seine Quartalszahlen vorlegen, und Analysten erwarten weitere Details zu den strategischen Anpassungen angesichts des verschärften Sanktionsregimes. Die Unsicherheit bleibt hoch, denn die neue US-Politik zielt nicht nur auf kubanische Staatsbetriebe, sondern auch auf ausländische Partner, was Sherritts Rolle als Brückenkopf westlicher Investitionen in der Karibik existenziell bedroht.
Quelle: Bloomberg (https://t1p.de/eohza)
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