Neues aus Kuba
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18.05.2026 00:00 Uhr
US-Senator Ruben Gallego wirft der Trump-Regierung vor, mit angeblichen Geheimdienstinformationen über kubanische Drohnenangriffe eine Invasion Kubas zu rechtfertigen. "Kein Land in Kubas Lage würde eine Supermacht angreifen", schrieb der Demokrat auf X.
Der jüngste Bericht über angebliche kubanische Angriffspläne gegen militärische Ziele der USA sorgt in Washington für politischen Zündstoff. Ein Senator der Demokratischen Partei hat die Darstellung nun scharf zurückgewiesen und spricht von gezielter Desinformation. Die kubanische Regierung reagiert ebenfalls mit deutlicher Kritik und verweist auf ihr Recht auf Selbstverteidigung – sollte es zu einem US-Angriff kommen.
Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona bezeichnete die Behauptungen als unglaubwürdig und warf der Regierung von US-Präsident Donald Trump indirekt vor, eine propagandistische Kampagne zu führen. „Kein Land würde in der aktuellen wirtschaftlichen und militärischen Lage, in der sich Kuba befindet, jemals einen Präventivschlag gegen eine Supermacht wie die USA führen“, schrieb Gallego auf der Plattform X. Er ergänzte, dass es sich hierbei lediglich um Propaganda handle, die dazu dienen solle, Argumente für eine Invasion Kubas zu liefern. Das Nachrichtenportal “Axios” hatte unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, die USA verfügten über Erkenntnisse, dass Kuba mehr als 300 Militärdrohnen erworben habe und deren Einsatz gegen US-Ziele erwäge. Diskutiert würden dabei offenbar der US-Marinestützpunkt Guantanamo auf Kuba, US-Militärschiffe in der Region sowie das in Florida gelegene Key West, das etwa 170 Kilometer nördlich von Havanna liegt. “Axios” zitierte zudem einen hochrangigen US-Vertreter mit der Einschätzung, dass die Erkenntnisse als Vorwand für ein militärisches Eingreifen der USA dienen könnten. Sie zeigten, wie stark die Trump-Regierung den Inselstaat inzwischen als Bedrohung betrachte. Die kubanische Führung reagierte umgehend auf die Berichterstattung. Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio erklärte auf X: „Die USA sind der Angreifer. Kuba ist das angegriffene Land, das sich auf das Recht auf Selbstverteidigung beruft.“ Ohne sich direkt auf den “Axios”-Artikel zu beziehen, kritisierte der Diplomat die zunehmenden Versuche, einen militärischen Angriff der USA gegen den Karibikstaat mit „immer unglaubwürdigeren Anschuldigungen“ zu rechtfertigen. Auch die kubanische Botschaft in Washington bekräftigte das Selbstverteidigungsrecht und sprach von einer „logischen Vorbereitung“ auf einen möglichen Angriff, die durch Vorwände und Lügen als etwas Außergewöhnliches dargestellt werde. Die angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich unter Trump erneut drastisch verschärft. Seit der kubanischen Revolution von 1959 sind die Beziehungen von Misstrauen geprägt. Trump erhöhte den Druck auf Kuba zuletzt mit einer Reihe neuer Sanktionen, darunter eine Ölblockade, die den Karibikstaat wirtschaftlich und politisch zu Veränderungen im Sinne der USA zwingen soll. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: Kuba befindet sich seit Monaten in einer tiefen Energiekrise. Energieminister Vicente de la O Levy gab am Donnerstag im Staatsfernsehen bekannt, dass die von Russland gelieferten Ölreserven „aufgebraucht“ seien. In der Hauptstadt Havanna hatte die Bevölkerung aus Protest gegen die anhaltenden Stromausfälle zuvor die Straßen besetzt und lautstark ihren Unmut kundgetan, unter anderem durch das Schlagen auf Töpfe und Pfannen. Parallel zu den diplomatischen Spannungen hatte Trump in den vergangenen Monaten mehrfach mit einer „Übernahme“ Kubas durch die USA kokettiert. Vor diesem Hintergrund gewinnen die aktuellen Vorwürfe gegen Kuba eine neue Brisanz. Senator Gallego und andere Beobachter warnen davor, dass die Berichte über angebliche Drohnenangriffe nicht auf Tatsachen beruhen, sondern vielmehr ein politisches Klima schaffen sollen, das ein militärisches Vorgehen der USA rechtfertigt. Die kubanische Regierung wiederum stellt klar, dass sie sich – unabhängig von den gegen sie erhobenen Anschuldigungen – auf alle Eventualitäten vorbereitet und ihr Recht auf Verteidigung im Fall eines Angriffs nicht aufgeben werde.
Quelle: NTV (https://t1p.de/5f9qu)
Autor: Leon Latozke
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