Neues aus Kuba
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04.04.2026 06:00 Uhr
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Kuba erlebt eine außergewöhnliche Karwoche, die mit der Freilassung tausender Gefangener und einer schweren Energiekrise zusammenfällt.
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Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Cuba conmemora una Semana Santa marcada por el indulto a presos y la crisis energética. Rechte beim Uploadenden.
Kuba begeht die Karwoche 2026 unter besonderen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Während landesweit religiöse Zeremonien stattfinden, fallen die Feierlichkeiten in eine Phase umfangreicher Gefangenenfreilassungen sowie einer sich weiter verschärfenden Energiekrise.
In Havanna begann am Karfreitag (3.) die zentrale „Santo Entierro“-Prozession. Der traditionelle Kreuzweg startete um 18 Uhr auf der Plaza del Cristo im historischen Zentrum der Hauptstadt und führte durch die umliegenden Straßen. Seit 2012 ist der Karfreitag in Kuba wieder ein gesetzlicher Feiertag, nachdem religiöse Feierlichkeiten über Jahrzehnte hinweg nur eingeschränkt möglich waren. Parallel zu den religiösen Veranstaltungen leitete die kubanische Regierung die Freilassung von mehr als 2.000 Gefangenen ein. Die Maßnahme war am Vortag angekündigt worden. Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich um eine „solidarische, humanitäre und souveräne Geste“ im „Kontext der religiösen Feierlichkeiten der Karwoche“. Erste Entlassungen wurden noch am selben Tag umgesetzt. Während der Prozession in Havanna spielte das Thema öffentlich keine Rolle. Weder Teilnehmer noch kirchliche Vertreter äußerten sich dazu. Auch die katholische Kirche in Kuba hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den Begnadigungen abgegeben. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen befanden sich unter den Freigelassenen auch politische Gefangene. Es ist bereits die zweite Freilassungsinitiative in diesem Jahr. Mitte März hatten die Behörden die Entlassung von 51 Personen bekanntgegeben. Diese ersten Freilassungen fielen mit der Ankündigung der kubanischen Regierung zusammen, einen Dialog mit Vertretern der US-Regierung aufgenommen zu haben, wobei Havanna beide Themen nie miteinander verknüpft hat. Die aktuellen Entwicklungen fallen in eine Phase erhöhter Spannungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten. Hintergrund ist unter anderem die Energieversorgung der Insel. Nachdem am 3. Januar der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen worden war und die USA-Regierung ein Ölembargo gegen die Insel verhängte, wurde die Ölzufuhr nach Kuba drastisch reduziert. In der Folge haben sich die ohnehin bestehenden Versorgungsprobleme weiter verschärft. Die Auswirkungen sind im Alltag deutlich spürbar. Stromausfälle haben ein historisch hohes Niveau erreicht und beeinträchtigen zentrale Bereiche der öffentlichen Infrastruktur. Betroffen sind unter anderem Krankenhäuser, der öffentliche Nahverkehr sowie staatliche Betriebe. Internationale Organisationen haben die Maßnahmen teilweise kritisch bewertet und völkerrechtliche Bedenken geäußert. Die US-Regierung fordert von Kuba politische und wirtschaftliche Reformen und drängt auf Verhandlungen. Die kubanische Führung hat einen direkten Zusammenhang zwischen den aktuellen diplomatischen Kontakten und den Gefangenenfreilassungen bislang nicht bestätigt. Ungeachtet der politischen und wirtschaftlichen Lage bleiben die religiösen Traditionen für viele Kubaner von Bedeutung. Die Osterprozessionen, die über Jahrzehnte hinweg nicht öffentlich stattfanden, sind inzwischen wieder fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Einen Wendepunkt markierte der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1998, der eine schrittweise Öffnung einleitete. Auch die späteren Besuche von Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus trugen zur Stabilisierung der Beziehungen zwischen Staat und Kirche bei. Seit 2014 ist der Karfreitag dauerhaft als gesetzlicher Feiertag im kubanischen Kalender verankert. Schätzungen zufolge gehört ein Großteil der Bevölkerung zumindest formal der katholischen Kirche an.
Quelle: EFE (https://t1p.de/ghss8)
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