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Katar unterstützt Kuba mit 4,5 Millionen US-Dollar zur Stabilisierung der Stromversorgung im Westen der Insel. Die Zahlung erfolgt über das UN-Entwicklungsprogramm und soll mehr als 2,2 Millionen Menschen zu Gute kommen.
08.12.2025 07:00 Uhr
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Die jüngste Entscheidung Katars, Kuba 4,5 Millionen US-Dollar zur Wiederherstellung der Stromversorgung in den westlichen Provinzen Artemisa, Mayabeque und Havanna bereitzustellen, markiert einen weiteren Schritt in den enger werdenden Beziehungen zwischen beiden Staaten. Die Mittel sollen über das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) fließen und laut offizieller Mitteilung zur Reparatur grundlegender öffentlicher Dienste beitragen – darunter Gesundheitseinrichtungen, Schulen und lokale Produktionsstrukturen. Insgesamt sollen mehr als 2,2 Millionen Menschen profitieren.
Im Rahmen des Weltgipfels für soziale Entwicklung hatte der Kubas Ministerpräsident Marrero im November Doha besucht. Dabei hatte sein katarischer Amtskollege zugesichert, die „Brüderlichkeit“ zwischen beiden Staaten zu vertiefen und angesichts der Auswirkungen der Huirrikans Melissa „fortwährende Unterstützung“ zu leisten. Die nun angekündigte Zahlung konkretisiert dieses Versprechen. Sie kommt in einem Moment, in dem die kubanische Energieversorgung seit Monaten instabil ist und die Regierung international verstärkt nach finanziellen Zuflüssen sucht. Ein weiterer Schwerpunkt von Marreros Besuchs war der sogenannte „Cuban Hospital“ in Dukhan, eine seit Jahren bestehende Einrichtung, die fast ausschließlich mit medizinischem Personal aus Kuba betrieben wird. Derzeit arbeiten laut offiziellen Angaben rund 1.200 kubanische Fachkräfte in Katar. Das Modell der medizinischen Auslandseinsätze ist seit Langem eine zentrale Devisenquelle für Havanna. Gleichzeitig steht es international in der Kritik: Organisationen wie Human Rights Watch oder die UNO haben wiederholt darauf hingewiesen, dass kubanische Ärzte nur einen Bruchteil der von den Gastländern gezahlten Honorare erhalten und in ihrer Bewegungsfreiheit häufig eingeschränkt sind. Eine Untersuchung der britischen Zeitung The Guardian hatte bereits vor Jahren dargestellt, dass Katar zwischen 5.000 und 10.000 US-Dollar pro Arzt und Monat überweist – die Beschäftigten selbst würden jedoch nur etwa 1.000 Dollar erhalten. Die jüngste Finanzhilfe fügt sich in eine längere Phase wachsender bilateraler Kooperation. Seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1989 haben beide Länder ihre Kontakte schrittweise ausgebaut. Während eines Staatsbesuchs von Miguel Díaz-Canel im Jahr 2023 bekräftigten Havanna und Doha, ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen weiter vertiefen zu wollen. Katar gilt dabei als potenter Partner, der Kuba in wirtschaftlich angespannten Zeiten finanziell und logistisch unterstützen kann. Mit der jetzt angekündigten UNDP-gestützten Zahlung signalisiert Katar erneut seine Bereitschaft, die kubanische Regierung zu stützen – ungeachtet der Diskrepanzen in der offiziellen Begründung. Für Kuba, das seit Jahren unter strukturellen Energieproblemen leidet, dürfte die finanzielle Hilfe zwar nur einen begrenzten, aber symbolisch wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Stromversorgung im dicht besiedelten Westen leisten. Für Doha wiederum stärkt die Unterstützung einen außenpolitischen Kurs, der auf humanitäre Kooperation zielt, zugleich aber die strategischen Beziehungen zu einem langjährigen Partner konsolidiert.
Quelle: MINREX (https://t1p.de/xgktz)
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