Neues aus Kuba
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Die nicaraguanische Regierung hat die Visapflicht für kubanische Staatsbürger wieder eingeführt. Damit endet eine Phase visafreier Einreise, die seit 2021 bestand. Die Maßnahme beendet eine zentrale Erleichterung für Migration, Handel und Transit und dürfte Auswirkungen auf Migrationsbewegungen haben.
09.02.2026 12:30 Uhr
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Nicaragua hat seine bislang großzügige Visapolitik gegenüber kubanischen Staatsbürgern überraschend geändert. Seit dem 8. Februar 2026 benötigen Kubaner mit gewöhnlichem Reisepass für die Einreise in das zentralamerikanische Land wieder ein Visum. Die Regierung unter Daniel Ortega und Rosario Murillo stufte Kuba von der Kategorie „A“ (visafrei) in die Kategorie „C“ („konsultiertes Visum ohne Kosten“) herab. Damit ist die visafreie Einreise, die seit November 2021 galt, faktisch beendet.
Die neue Regelung wurde von der Generaldirektion für Migration und Ausländerwesen beschlossen und unterzeichnet. Sie gilt ausdrücklich für alle kubanischen Staatsbürger mit regulären Pässen. Gleichzeitig wurden das nationale Luftfahrtinstitut sowie die Fluggesellschaften informiert, um die Maßnahme mit sofortiger Wirkung umzusetzen. Auch die kubanische Auslandsvertretung in Nicaragua erhielt eine offizielle Benachrichtigung. Die nicaraguanischen Behörden betonen ihre staatliche Souveränität bei der Festlegung von Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für Ausländer. Eine inhaltliche Begründung für den Schritt liefert die Verfügung jedoch nicht. Umso größer ist der Kontrast zur Entscheidung von 2021, als Nicaragua Kubanern die visafreie Einreise aus „humanitären Gründen“ erlaubt hatte. Damals reagierte Managua auf die sich verschärfende wirtschaftliche, politische und soziale Krise auf der Insel, verstärkt durch die Pandemie, US-Sanktionen und stockende Reformen. Die Öffnung hatte rasch spürbare Folgen. Hunderte Kubaner nutzten Nicaragua als vergleichsweise leicht erreichbares Zielland – sei es für Handel, Familienkontakte oder als Zwischenstation auf dem Weg Richtung Mexiko und weiter in die USA. Experten hatten schon damals prognostiziert, dass die Maßnahme die Migrationsbewegungen deutlich verstärken würde, zumal legale Alternativen durch die seit 2017 geschlossene US-Konsularabteilung in Havanna stark eingeschränkt sind. Nicaragua entwickelte sich so zu einem wichtigen Ventil für den kubanischen Migrationsdruck. Gleichzeitig erinnerte die Situation an frühere Krisen: Bereits 2015 hatte die Schließung der nicaraguanischen Grenze zu Costa Rica Tausende kubanische Migranten strandend zurückgelassen und eine regionale Notlage ausgelöst. Mit der aktuellen Kehrtwende verliert Nicaragua nun erneut an Bedeutung als niedrigschwellige Ausreiseoption für Kubaner. Welche praktischen Auswirkungen das „konsultierte Visum“ haben wird und ob sich die Entscheidung auf die Migrationsrouten in Mittelamerika auswirkt, bleibt vorerst offen. Klar ist jedoch: Für viele Kubaner wird der Weg aus der Krise damit wieder ein Stück komplizierter.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/1ecmi)
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