Neues aus Kuba
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Ein landesweiter Kerosinmangel bringt Kubas Flughäfen unter Druck. Betroffen sind alle internationalen Flughäfen auf der Insel, auch wenn Flüge derzeit noch stattfinden. Russland will gemeinsam mit den kubanischen Behörden Lösungen finden und die Rückreise russischer Touristen sichern.
09.02.2026 18:15 Uhr
Abbildung: Symbolbild Airbus A319 (Aeroflot) von Juerg Vollmer (https://www.flickr.com/people/maiakinfo/), CC BY-SA 2.0
Kuba steht vor einer akuten Krise im zivilen Luftverkehr. Die Regierung in Havanna hat internationale Fluggesellschaften darüber informiert, dass dem Land ab sofort kein Treibstoff für Flugzeuge mehr zur Verfügung steht. Ursache sei der anhaltende Druck auf die Ölversorgung der Insel, den Kuba auf Maßnahmen der Vereinigten Staaten zurückführt. Der Mangel betrifft nach offiziellen Angaben sämtliche internationalen Flughäfen des Landes und gilt zunächst für einen Zeitraum von einem Monat – vom 10. Februar bis zum 11. März.
Der Hinweis erfolgte über eine sogenannte NOTAM-Mitteilung, ein verbindliches Informationssystem für Piloten und Flugverkehrskontrolle. Damit ist der Engpass formell bestätigt und für alle internationalen Airlines relevant. Russland hat unterdessen seine Unterstützung signalisiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte in Moskau, Russland stehe in engem Kontakt mit den kubanischen Behörden – sowohl über diplomatische Kanäle als auch auf anderen Wegen. Die Lage auf der Insel sei „wirklich kritisch“. Moskau prüfe gemeinsam mit Havanna Möglichkeiten, die Probleme zu lösen oder zumindest abzumildern. Peskow machte dabei die Politik der Vereinigten Staaten für die Zuspitzung der Situation verantwortlich und sprach von „erstickenden Maßnahmen“, die Kuba in große Schwierigkeiten brächten. Zwar teilte Pressedienst des Verbands der Russischen Tourismusindustrie mit, dass derzeit rund 4.000 russische Touristen auf der Insel seien und alle geplanten Flüge bislang normal durchgeführt würden. Doch die Unsicherheit über die Treibstoffversorgung wirft Fragen zur mittelfristigen Aufrechterhaltung des Flugverkehrs auf. Der Ausfall von Flugzeugtreibstoff droht insbesondere den ohnehin angeschlagenen Tourismussektor weiter zu schwächen. Dieser befindet sich seit der Corona-Pandemie in einer tiefen Krise. Wirtschaftliche Probleme, eingeschränkte Dienstleistungen und die Folgen der US-Sanktionen haben die Qualität des touristischen Angebots belastet. Der aktuelle Treibstoffmangel könnte zu Flugausfällen, geringeren Besucherzahlen und weiteren Einnahmeverlusten führen. Hintergrund der aktuellen Zuspitzung ist auch eine neue Maßnahme aus Washington. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Ende Januar eine Präsidialverordnung, die Ländern mit Strafzöllen droht, sollten sie Kuba mit Erdöl beliefern. Die US-Regierung stuft die Insel dabei als Gefahr für die nationale Sicherheit ein. Für Kuba hat dies gravierende Folgen: Das Land deckt lediglich etwa ein Drittel seines Energiebedarfs aus eigener Produktion und ist auf Importe angewiesen. Ein erheblicher Teil davon stammte zuletzt aus Venezuela, daneben in geringerem Umfang aus Mexiko und Russland.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/u71kv)
Autor: Leon Latozke
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