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Kuba warnt vor einem möglichen militärischen Angriff der USA auf Venezuela und spricht von „unkalkulierbaren Folgen“ für Frieden und Stabilität in Lateinamerika. Venezuela erhebt schwere Vorwürfe gegen Washington und bereitet sich auf eine mögliche Eskalation vor, während Russland seine Unterstützung für Caracas bekräftigt.
21.09.2025 19:21 Uhr
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Die kubanische Regierung hat vor „unkalkulierbaren Konsequenzen“ eines möglichen US-Angriffs auf Venezuela gewarnt. In einer am Donnerstag (18.) veröffentlichten Erklärung wirft sie Washington vor, unter dem Vorwand des Anti-Drogen-Kampfes eine militärische Aggression vorzubereiten. Die jüngsten Vorfälle in der Karibik – darunter Angriffe auf Schiffe, Festsetzungen von Fischern und massive Truppenbewegungen – deuteten auf eine Eskalation hin, die Frieden und Stabilität in der Region gefährde.
Nach Angaben Havannas verstoßen die US-Aktionen gegen die Prinzipien der UN-Charta und des Völkerrechts. Sie seien Teil einer „Eskalation von Maßnahmen“, die den Sturz der venezolanischen Regierung und die Kontrolle über deren Erdölreserven vorbereiten solle. Konkret kritisiert Kuba die „Akkumulation und den Ausbau militärischer Mittel“ im südlichen Karibikraum. Dazu gehörten Kriegsschiffe, ein atomgetriebenes U-Boot sowie die Stationierung von Kampfflugzeugen in Puerto Rico. Die Regierung in Havanna spricht von „Provokationen“ und einem Versuch, einen militärischen Konflikt zu erzwingen, in dem Venezuela gezwungen wäre, seine Souveränität zu verteidigen. Auch Venezuela selbst erhebt schwere Vorwürfe. Caracas wirft den USA vor, unter anderem den venezolanischen Trawler „Carmen Rosa“ mit neun Fischern in seiner ausschließlichen Wirtschaftszone angegriffen und festgesetzt zu haben. US-Präsident Donald Trump bestätigte, er habe persönlich mehrere Einsätze gegen mutmaßliche Drogenschmugglerboote angeordnet. Laut US-Angaben wurden dabei drei Schiffe zerstört; insgesamt starben nach venezolanischen Angaben 17 Menschen. Die Regierung in Caracas spricht von gezielten Provokationen und Rechtsbrüchen. Innenminister Diosdado Cabello wirft Washington zudem eine „Operation unter falscher Flagge“ vor, um Venezuela mit Drogenhandel in Verbindung zu bringen und so eine Intervention zu rechtfertigen. Kubas Regierung verweist in ihrer Erklärung auf die historische Solidarität mit Venezuela und ruft zur internationalen Mobilisierung auf. Lateinamerika und die Karibik müssten als „Zone des Friedens“ erhalten bleiben, wie sie von den Staats- und Regierungschefs der Region 2014 proklamiert worden sei. Havanna verurteilt insbesondere Äußerungen des US-Außenministers Marco Rubio und anderer Politiker, die nach Ansicht Kubas versuchen, ihre Interessen „mit Gewalt“ in Venezuela durchzusetzen. Die Eskalation hat auch in anderen Ländern Besorgnis ausgelöst. Kolumbiens Außenministerin Rosa Villavicencio sprach von einer „ernsten Bedrohung“ für die gesamte Region. Russland wiederum bekräftigte seine Unterstützung für Caracas. Bei einem Treffen in der venezolanischen Hauptstadt bedankte sich Vizepräsidentin Delcy Rodríguez offiziell für den Rückhalt Moskaus und betonte die Bedeutung des strategischen Kooperationsabkommens zwischen Präsident Nicolás Maduro und Präsident Wladimir Putin. Moskau hatte bereits im Sommer vor dem Einsatz militärischer Gewalt gegen souveräne Staaten gewarnt. Venezuela reagiert mit eigenen Verteidigungsmaßnahmen. Die Regierung gründete den „Consejo Nacional por la Soberanía y la Paz“, ein Beratungsorgan mit mehr als 400 Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Wissenschaft, um Schutzpläne gegen eine mögliche Aggression zu entwickeln. Parallel dazu startete Caracas den „Plan Independencia 200“, der militärische und zivile Vorbereitungen bündeln soll. Für Kuba steht derweil viel auf dem Spiel. Der Karibikstaat sieht die US-Militäraktionen nicht nur als Bedrohung seines wichtigsten politischen Verbündeten, sondern auch als Gefährdung der regionalen Ordnung. Mit ihrer deutlichen Stellungnahme versucht die Regierung in Havanna, internationale Aufmerksamkeit zu erzeugen und eine breite Front gegen eine mögliche Intervention zu organisieren. Ob dieser Appell Wirkung zeigt, bleibt offen. Fest steht, dass sich das Machtgefüge in der Karibik erneut zuspitzt – mit ungewissem Ausgang für Venezuela, Kuba und die Stabilität der gesamten Region.
Quelle: Telesur (https://t1p.de/3xdqs)
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Text: Leon Latozke
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